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Wort Definition
Abbau Siehe Zersetzung.
Abhärtung Prozeß, bei dem Widerstandsfähigkeit gegenüber Extrembedingungen, zum Beispiel Kälte oder Dürre, durch vorangegangene Erfahrungen mit den gleichen, aber weniger extremen Bedingungen erhöht wird.
abiotisch Nicht lebendig; bezieht sich gewöhnlich auf die physikalischen und chemischen Aspekte der Umwelt eines Organismus.
Abstammungslinien (Stammesreihen) Verbindungen zwischen Organismengruppen der Gegenwart und der Vergangenheit, die ihre evolutionären Beziehungen und ihre Abstammung wiedergeben.
Abundanz (abundance) Zahl der Organismen einer Population auf einer bestimmten Fläche, wobei die Populationsdichte sowie die Artendichte einbezogen sind.
Abundanzintensität Zahl der Individuen pro bewohnbarem Ort in einer Lebensgemeinschaft (vergleiche Prävalenz).
Adaptation Ein verwirrender Begriff, der in drei unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird: I) Merkmale von Organismen, die das Ergebnis der natürlichen Selektion während ihrer entwicklungsgeschichtlichen Vergangenheit sind und zu einem engen Zusammenpassen mit ihrer Umwelt führen und/oder den Organismus dazu zwingen, in einem schmalen Spektrum von Umwelten zu leben. Die Vorsilbe "ad-" von Adaptation ist insofern unglücklich, weil sie impliziert, es erfolge eine Anpassung an gegenwärtige oder zukünftige Verhältnisse. 2) Veränderungen in der Form oder im Verhalten eines Organismus während seines Lebens, zum Beispiel Bildung von Licht- und Schattenblättern am seIben Baum oder der Erwerb von Kältetoleranz infolge vorausgegangener niedriger Temperaturen. 3) Änderungen der Erregbarkeit eines Sinnesorgans infolge stetiger Stimulierung.
Adenosintriphosphat (ATP) Aus Adenin, Ribose und drei Phosphatgruppen zusammengesetztes Molekül, das durch hochenergetische Bindungen zusammengehalten wird und in lebenden Zellen mit der Übertragung von Energie in Zusammenhang steht.
Aequitabilität (Gleichverteilung) Gleichmäßigkeit, mit der die Individuen der Arten in einer Lebensgemeinschaft verteilt sind.
aerober Abbau Abbauprozeß organischer Moleküle in einfache anorganische Bestandteile in Gegenwart von Sauerstoff.
aesthetische Schadensschwelle Schwelle, bei deren Überschreitung ästhetische oder soziologische Überlegungen die Bekämpfung eines Schädlings nahelegen.
Aestivation Ruhezustand während des Sommers oder Trockenperioden ("Übersommerung"). Von Botanikern wird der Begriff auch verwendet, um die Anordnung der Blütenteile in einer Knospe zu beschreiben ("Knospendeckung").
aggregative Reaktion Reaktion eines Räubers, die zu einer höheren Räuberdichte an Stellen mit hoher Beutedichte führt (siehe auch Risikoaggregation).
aggregierte (geballte, geklumpte) Verteilung Verteilung von Organismen, bei der die Individuen in bestimmten Bereichen stärker gehäuft vorkommen, als es bei einer gleichmäßigen oder Zufallsverteilung der Fall wäre.
Akklimation Gewöhnung der physiologischen Reaktion eines Organismus an Umweltbedingungen (gewöhnlich auf Laborbedingungen bezogen).
Akklimatisation Gewöhnung der physiologischen Reaktion eines Organismus an Umweltbedingungen (gewöhnlich auf natürliche Bedingungen bezogen).
Alkoholdehydrogenase (ADH) Enzym, das die Umwandlung von Alkoholen in Aldehyde und Ketone und umgekehrt katalysiert.
Allees Prinzip Wachstum und Überlebensrate von Populationen mit sozialer Organisation sind bei mittlerer Populationsgröße optimal.
allelochemische Substanz Eine von einem Organismus produzierte Substanz, die für einen anderen Organismus toxisch ist oder dessen Wachstum hemmt.
allochthones Material Organisches Material, das in einen Fluß, einen See oder ein Meer gelangt, aber von einen angrenzenden terrestrischen Ökosystem stammt.
allogene Sukzession Zeitliche Abfolge von Arten an einem Ort aufgrund äußerer Einflüsse, durch die sich die Bedingungen ändern.
Allokation Ressourcenaufteilung. Siehe auch Reproduktionsaufwand.
Allometrie Studium der mit Größenveränderungen einhergehenden Proportionsänderungen der Teile eines Organismus; entweder angewendet auf das Wachstum von Individuen (ontogenetisch) oder zum Vergleich unterschiedlich großer verwandter Organismen (phylogenetisch).
allopatrisch In verschiedenen Gebieten vorkommend; bezieht sich in der Regel auf die geographische Trennung von Arten.
Amensalismus Wechselbeziehung, bei der sich ein Organismus (oder eine Art) ungünstig auf einen zweiten Organismus (oder eine zweite Art) auswirkt, letzterer aber keinerlei (weder positiven noch negativen) Einfluß auf den ersten hat.
anaerober Abbau Abbauprozeß organischer Moleküle in einfachere anorganische Bestandteile in Abwesenheit von Sauerstoff.
analoge Strukturen Organe unterschiedlichen evolutionären Ursprungs mit gleicher Funktion bei verschiedenen Organismen.
Analyse der Überlebensfähigkeit einer Population Eine Analyse der Aussterbewahrscheinlichkeit einer Population, die in der Regel auf vom Aussterben bedrohte Populationen angewendet wird.
Angiospermen (Bedecktsamer) Blütenpflanzen; jene samentragenden Pflanzen, deren Samen sich aus Samenanlagen innerhalb eines geschlossenen Hohlraums, dem Fruchtknoten, entwickeln.
Annuelle Arten mit einem Lebenszyklus von ungefähr zwölf Monaten, deren Lebenszyklus also direkt mit dem jährlichen Wetterzyklus in Beziehung steht und deren Generationen daher getrennt sind.
anoxisch Ohne Sauerstoff ablaufend.
Anpassung Siehe Adaptation.
antagonistische Ressourcen Ressourcenpaar, bei dem die erhöhte Konsumption der einen Ressource durch einen Organismus zu einem zunehmenden Bedarf des Organismus nach der anderen führt.
anthropozentrisch Den Menschen als Zentrum des Universums betrachtend und alles mit Bezug auf ihn erklärend.
Anwesenheitsfunktion (incidence function) Beziehung zwischen Inselgröße und dem Anteil der Inseln dieser Größe, welche von der betreffenden Art bewohnt sind.
Aposematismus Auffälliges Erscheinungsbild eines Organismus, der wehrhaft oder giftig ist oder unangenehm schmeckt.
apparente Konkurrenz Wechselbeziehung, bei der sich Organismen (oder Arten) aufgrund der jeweils vorteilhaften Auswirkungen auf einen gemeinsamen Räuberorganismus (oder eine Räuberart) hat, nachteilig aufeinander auswirken.
Arten-Areal-Beziehung Häufiges Muster, bei dem die Artenzahl auf Inseln mit abnehmender Inselfläche zurückgeht.
Arten-Rang-Relation Siehe Rang-Abundanz-Diagramm.
Artendiversität Index der Vielfalt von Lebensgemeinschaften, der sowohl den Artenreichtum als auch die relative Abundanz der Arten berücksichtigt.
Artenreichtum Zahl der Arten in einer Lebensgemeinschaft.
Arthropoden (Gliederfüßer) Vertreter des Tierstammes Arthropoda, der unter anderem Insekten, Krebstiere, Spinnen, Skorpione, Milben, Tausendfüßer und Hundertfüßer umfaßt.
Assimilat Photosyntheseprodukt; die energiereichen organischen Moleküle, die bei der Photosynthese produziert werden.
Assimilationseffizienz Prozentsatz der von einem Tier aufgenommenen Energie, der über die Darmwand aufgenommen wird.
asymmetrische Konkurrenz Konkurrenz zwischen zwei Organismen (oder Arten), von der einer schwerer betroffen ist als der andere.
Atmung (Respiration) Alle zur Erzeugung von Stoffwechselenergie dienenden Piozesse.
Auflichtungslinie Die Linie in einer graphischen Darstellung des Logarithmus des mittleren Individualgewichts gegen den Logarithmus der Dichte, die sich selbst auflichtenden Populationen genügend hoher Biomasse entspricht und die diese nicht überschreiten können.
ausbeutervermittelte Koexistenz Situation, bei der Prädation die Koexistenz von Arten fördert, unter denen es ansonsten zu Konkurrenzausschluß käme.
Ausbeutungskonkurrenz Siehe Konkurrenz durch Ausbeutung.
Ausbreitung Das Sich-voneinander-Entfernen von [ndividuen, zum Beispiel von Nachkommen von ihren Eltern oder von Gebieten hoher Dichte in Gebiete geringerer Dichte.
Ausbreitungseinheit (auch Diaspore) Begriff für eine Struktur einer Pflanze (gelegentlich auch bei Wirbellosen), aus der ein neues Individuum entstehen kann, zum Beispiel Samen, Kormus, Zwiebel, Cyste, und die zur Ausbreitung dient.
Ausbreitungspolymorphismus Zwei oder mehr Typen von Ausbreitungsstrukturen innerhalb einer Art oder unter den Nachkommen eines Individuums.
Ausgleichspräferenz Präferenz eines Konsumenten für Nahrungsobjekte aufgrund des Bedürfnisses nach einer ausgeglichenen, sich ergänzenden Ernährung.
Ausläufer Siehe Stolonen.
Aussterben Zustand, der mit dem Tod des weltweit oder lokal letzten überlebenden Individuums einer Art, einer Gruppe oder eines Genes eintritt.
Auswahlindex (Elektivitätsindex) Maß für die Präferenzen (oder deren Fehlen) einer Konsumentenart für ihre Beute.
autochthones Material Organisches Material, das innerhalb einer Lebensgemeinschaft produziert wurde (im Gegerisatz zu allochthonem Material).
autogene Sukzession Zeitliche Abfolge von Arten an einem Ort aufgrund von Prozessen innerhalb der Lebensgemeinschaft (im Gegensatz zur allogenen Sukzession).
Autotrophe Organismen, die von der Zufuhr organischer Nahrung von außen unabhängig sind und aus anorganischen Substanzen ihr eigenes organisches Material herstellen.
autotrophe Sukzession Zeitliche Abfolge von Arten an einem Ort, an der vor allem Pflanzen beteiligt sind.
Autozidverfahren Siehe Selbstvernichtungsverfahren.
Bakteroide Die symbiontischen Rhizobium-Bakterien, die in den Wurzelknöllchen von eguminosen in einen aktiven, stickstoff-fixierenden Zustand Übergegangen sind und in der Regel aufgehört haben, sich zu teilen, und häufig gebändert oder verzweigt werden.
Bearbeitungszeit Siehe Handhabungszeit.
Bedecktsamer Siehe Angiospermen.
Befallsintensität (intensity of infection) Zahl der Parasiten pro Wirt in einer Population (vergleiche Prävalenzrate).
begrenzende Ähnlichkeit (limiting similarity) Ausmaß der Ähnlichkeit zwischen zwei konkurrierenden Arten, das nicht überschritten werden darf, wenn die beiden Arten koexistieren sollen.
Bekämpfungsschwelle (control action threshold) Schwellenwert aus einer Kombination von Schädlingsdichte und den Dichten der natürlichen Feinde des Schädlings, bei dessen Überschreitung es notwendig ist, einzugreifen und Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Schädling einzuleiten, um zu verhindern, daß seine Population auf ein Ausmaß ansteigt, bei dem er wirtschafliche Schäden verursacht.
benthische Lebensgemeinschaften Die Pflanzen, Mikroorganismen und Tiere, die den Boden aquatischer Ökosysteme bewohnen.
Bestandserfassung In der Ökologie der Versuch, jedes Mitglied einer Population zu zählen.
Beute Ein Individuum, das potentiell von einem Prädator getötet und verzehrt werden kann oder tatsächlich getötet und verzehrt wird.
Beuteltiere (Marsupialia) Säugetiere, deren Junge in einem sehr wenig entwickelten Zustand geboren wer- den und in einen Beutel wandern, wo sie gesäugt werden, bis sie relativ groß sind.
Bevölkerungspyramide (population pyramid) Diagramm zur Darstellung der Altersstruktur einer Bevölkerung, wobei die jüngste Altersklasse die Basis bildet und die nachfolgenden Altersklassen darüber folgen.
Biodiversität (biologische Vielfalt) Bezieht sich im allgemeinsten Sinn auf alle Aspekte der Vielfalt in der lebendigen Welt. Spezifisch kann der Begriff verwendet werden, um den Artenreichtum, die genetische Variabilität oder die Zahl der Ökosystemtypen in einem Gebiet zu beschreiben.
biogeochemischer Kreislauf Zirkulation chemischer Elemente zwischen Organismen sowie nicht-lebenden Bestandteilen der Atmosphäre, Lithosphäre und Hydrosphäre.
Biogeographie Studium der geographischen Verbreitung von Organismen.
biologische Pestizide Präparate zur unmittelbaren Bekämpfung eines Schädlings, die aus biologischen im Gegensatz zu chemischen Substanzen bestehen.
biologische Schädlingbekämpfung Der Einsatz der natürlichen Feinde eines Schädlings zu dessen Bekämpfung.
biologischer Sauerstoftbedarf (BSB) Rate des Sauerstoffverlusts einer Wasserprobe - ein Maß für die Fähigkeit, Sauerstoff zu entziehen, das in der Regel als Qualitätsindex für Abwässer benutzt wird.
Biomagnifikation Konzentrationszunahme einer Verbindung in den Geweben von Organismen im Laufe der Nahrungskette, die sich aus der Anreicherung der Verbindung auf jeder trophischen Ebene ergibt, bevor die Organismen von Lebewesen der nächsten trophischen Ebene konsumiert werden.
Biomasse Das Gewicht lebenden Materials, meistens als Maß pro Flächeneinheit Land oder pro Volumen Wasser verwendet. Die Biomasse umfaßt häufig auch die toten Teile lebender Organismen, etwa die Borke und das Kernholz von Bäumen und die Haare, Krallen etc. von Tieren, die strenggenommen "Nekromasse" sind.
Biome Eine der großen Kategorien der verschiedenen Pflanzengesellschaften der Erde, zum Beispiel das Tundra-Biom, das Biom des tropischen Regenwalds.
Biota Gesamtheit der Tiere und Pflanzen, also aller Lebewesen an einem Ort.
biotechnische Insektizide Insektizide, die keine oder verhältnismäßig begrenzte nachteilige Auswirkungen auf andere, nicht schädliche Organismen in der Umgebung des Schädlings haben.
biotisch Lebend; bezieht sich in der Regel auf die biologischen Aspekte der Umwelt eines Organismus, das heißt auf die Einflüsse anderer Lebewesen.
biotroph Begriff, der für Parasiten benutzt wird, die ihre Entwicklung nur auf einem lebenden Wirt beenden können (siehe auch Nekroparasit).
Biotyp Physiologische Rasse oder Gruppe von Individuen, die bestimmte genetische Merkmale gemeinsam haben.
Biozönose Siehe Lebensgemeinschaft.
bizentrische Verbreitung Vorkommen einer Art (oder einer anderen taxonomischen Einheit) in zwei geographisch weit voneinandander entfernten Gebieten.
Blattflächenindex (BFI) Oberfläche aller Blätter über einer bestimmten Bodenfläche.
boreal Kalt-gemäßigt.
Brackwasser Wasser mit einer Salzkonzentration zwischen Süßwasser und Meerwasser.
Brutparasitismus Das Unterschieben von Eiern oder Nachkommen zur Aufzucht durch Individuen, die nicht die Eltern sind - gewöhnlich Vertreter einer anderen Art.
Bruttoprimärproduktion (BPP) Gesamtmenge der durch Photosynthese in einem Gebiet gebundenen Energie.
C3-Pflanzen Pflanzen, bei denen die Assimilation atmosphärischen Kohlendioxids direkt über das Enzym Ribulose-l,5-bisphosphat-carboxylase in den Mesophyllzellen der Blätter erfolgt.
C4-Pflanzen Arten höherer Pflanzen, bei denen die Assimilation atmosphärischen Kohlendioxids während der Photosynthese indirekt über das Enzym Phosphoenolpyruvat-carboxylase in den Leitbündelscheiden der Blattadern erfolgt.
CAM-StofTwechsel (crassulacean acid metabolism) Form der Assimilation von Kohlendioxid durch Pflanzen, bei der das Kohlendioxid bei Nacht in organische Säuren gebunden und bei Tag zur Photosynthese freigesetzt wird. Charakteristisch für sukkulente Wüstenpflanzen.
Carnivorie Konsumption von lebenden Tieren oder Teilen lebender Tiere durch einen Organismus.
Cellulasen Enzyme zur Spaltung von Cellulose.
Cellulose Komplexes Polymer aus Glucosemolekülen. Grundlegender Bestandteil der Zellwände aller grünen Pflanzen.
Chaos Angewendet auf den zeitlichen Ablauf der Abundanz oder Dichte einer Population, wobei die Elemente sich nie genau wiederholen und zwei ähnliche Abundanzen in der Zeitreihe folglich Kurven folgen, die exponentiell voneinander abweichen. Dennoch ist die Abfolge nicht zufällig und schwankt innerhalb definierter Grenzen.
Chemosynthese Synthese organischer Moleküle durch bestimmte Bakterien, welche die aus bestimm ten anorganischen Molekülen freigesetzte Energie nutzen.
Chlorophyll Grüne Pigmente, die in fast allen Pflanzen vorkommen und eine entscheidende Rolle bei der Aufnahme der Strahlungsenergie während der Photosynthese spielen.
Chloroplasten Die Plastiden in Pflanzenzellen, welche Chlorophyll enthalten.
conspezifisch Zur selben Art gehörig.
CPUE Siehe Fang pro Aufwandseinheit.
Cuticula Bei Pflanzen eine Wachsschicht auf der Oberfläche der Epidermiszellwände. Bei Tieren die äußerste Schicht vieler Wirbelloser.
cyanogen Blausäure (Cyanwasserstoff) freisetzend.
Cytoplasma Der lebende Zellinhalt mit Ausnahme des genetischen Materials.
degradative Sukzession Die zeitliche Abfolge von Arten auf einer abbaubaren Ressource.
demographischer Prozeß Vorgang, durch den sich die Größe einer Population ändern kann, zum Beispiel Geburt, Tod oder Migration.
Desoxyribonukleinsäure (DNA) Der Träger der genetischen Information in Zellen; vermag sich selbst zu replizieren sowie die Synthese von RNA zu codieren.
Destruent (Saprophyt) Organismus, der tote Substanz äußerlich abbaut und die Produkte über die Plasmamembran seiner Zellen aufnimmt, zum Beispiel Pilze.
deterministische Kräfte Kräfte, die genau charakterisiert werden können und keine Elemente des Zufalls oder der Wahrscheinlichkeit enthalten (vergleiche stochastische Kräfte).
Detritivorie (Saprophagie) Konsumption von totem organischem Material (Detritus), in der Regel zusammen mit den darin vorkommenden Mikroorganismen.
Diapause Zustand, bei dem die Entwicklung oder das Wachstum eingestellt ist und der mit einem stark reduzierten Stoffwechsel einhergeht; oft mit den Jahreszeiten korreliert und gewöhnlich nur auf Insekten angewendet.
Dichteabhängigkeit Tendenz, daß bei Zunahme der Populationsdichte die Sterberate einer Population zunimmt und die Geburts- und Wachstumsrate abnehmen.
Dichteunabhängigkeit Tendenz, daß bei Zunahme der Populationsdichte die Sterbe-, Geburts- oder Wachstumsrate einer Population weder steigen noch fallen.
Diffusionskoeffizient Maß für die Ausbreitungsrate von gelösten Stoffen oder Gasen infolge eines Kon- zentrationsgradienten innerhalb des Mediums, in dem sie gelöst sind.
Dikotyledonen (Zweikeimblättrige) Vertreter einer der beiden Klassen von Blütenpflanzen, deren Keimlinge sich durch den Besitz von zwei Keimblättern (Kotyledonen) auszeichnen. Die Pflanzen besitzen oft vier- oder fünfzählige Blüten, netznervige Blätter und die Fähigkeit, durch sekundäre Zellteilung (von Kambiumzellen) innerhalb des Gewebes Holz zu bilden.
Dimorphismus Existenz zweier unterschiedlicher Formen eines Organismus oder Organs, zum Beispiel geflügelte und ungeflügelte Generationen im Leben von Blattläusen, geflügelte und ungeflügelte Samen im gleichen Blütenstand.
disjunkte Verbreitung Geographische Verbreitung einer Art oder anderen taxonomischen Einheit in weit voneinander getrennt liegenden Gebieten.
diskrete Generationen Reihe von Generationen, bei denen strenggenommen jede endet, bevor die neue beginnt. Häufig überlappen jedoch die frühen Stadien des Lebenszyklus der folgenden Generation mit dem Ende des letzten Stadiums der vorhergehenden Generation.
Diversitätsindex Mathematischer Index der Artenvielfalt in einer Lebensgemeinschaft.
DNA Siehe Desoxyribonukleinsäure.
dominante Arten Arten, die hinsichtlich ihrer Biomasse oder Anzahl einen hohen Anteil an einer Lebensgemeinschaft haben.
Donor-kontrollierte Modelle, ressourcenkontrollier Mathematische Modelle von Räuber-Beute-Beziehungen, bei denen der Donor (die Beute) die Dichte des Rezipienten (des Räubers) kontrolliert, aber nicht umgekehrt.
Dormanz (Ruhephase, dormancy) Ausgedehnte Periode der Inaktivität oder stark reduzierten Aktivität, zum Beispiel Übersommerung und Winterschlaf.
dynamisch fragil Beschreibt eine Lebensgemeinschaft, die nur innerhalb eines engen Bereichs von Umweltbedingungen stabil ist.
dynamisch robust Beschreibt eine Lebensgemeinschaft, die nur innerhalb eines weiten Bereichs von Umweltbedingungen stabil ist.
dynamisches Gleichgewicht Zustand eines Systems, wenn es unverändert bleibt, weil zwei entgegengesetzte Kräfte mit gleicher Stärke einwirken.
effektive Populationsgröße (Ne) Größe einer genetisch idealisierten Population, mit der man eine wirkliche Population genetisch gleichsetzen kann.
Einwanderung (Immigration) Zuwandern von Organismen in eine Population.
Ektomykorrhiza (ektotrophe Mykorrhiza) Beziehung zwischen einem Pilz und der Wurzel einer Pflanze (in der Regel eines Baumes), bei welcher der Pilz eine Hülle um die Wurzel bildet und - im Gegensatz zur Endomykorrhiza - zwischen die Zellen seines Wirtes eindringt.
Ektoparasit Parasit, der auf der Oberfläche seines Wirtes lebt.
Ektotherme Organismen, deren Körpertemperatur von externen Wärmequellen abhängt.
Elastizität (resilience) Geschwindigkeit, mit der eine Lebensgemeinschaft nach einer Störung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehrt.
Elektivitätsindex Siehe Auswahlindex.
Emigration Abwandern von Individuen aus einer Population oder aus einem Gebiet in ein anderes.
endemisch Bezeichnung für Organismen, die ihren Lebensraum in einem begrenzten Gebiet haben, oder für das dauerhafte Auftreten einer Krankheit auf niedrigem Niveau.
Endobiont (Endosymbiont) Innerhalb der Zellen eines Wirtes mutualistisch lebender oder keinen offensichtlichen Schaden anrichtender Organismus.
endogener Rhythmus Stoffwechsel- oder Verhaltensrhythmus, der im Organismus seinen Ursprung hat und auch bei konstant gehaltenen äußeren Bedingungen beibehalten wird.
Endomykorrhiza Beziehung zwischen Pilz und Wurzel einer Pflanze, bei welcher der Pilz in die Wirtszellen eindringt.
Endotherme Organismen, die selbst Wärme erzeugen und ihre Körpertemperatur deutlich anheben können.
Energietransfereffizienz Siehe Nahrungsketteneffizienz.
Entwicklungsnullpunkt Körpertemperatur eines Organismus, unterhalb derer keine Entwicklung erfolgt.
Enzymdenaturierung Strukturänderung eines Enzyms durch Entfalten der Peptidketten, wodurch das Enzym weniger löslich ist, hervorgerufen durch schwache Erwärmung oder verschiedene Chemikalien.
Ephemere Organismen mit einem kurzen Lebenszyklus, insbesondere Pflanzen, die innerhalb einer kurzen Periode des Jahres keimen, wachsen, neue Samen produzieren und danach absterben.
Epidemie Ausbruch einer Krankheit, wobei eine große Zahl und/oder ein hoher Anteil der Individuen einer Population gleichzeitig befallen wird.
Epidemiologie Studium des Auftretens von Infektionskrankheiten, ihrer Ursprünge und ihres Ausbreitungsmusters in einer Population.
erbliche Variabilität Auf den Auswirkungen genetischer Faktoren beruhender Anteil der Variation eines c Merkmals.
ernergente Eigenschaften Eigenschaften, die bei Individuen oder Populationen nicht vorhanden sind und erst dann offensichtlich werden, wenn sich die Aufmerksamkeit auf die Lebensgemeinschaft richtet.
erntbare Biomasse (standing crop) Biomasse lebender Organismen einer Flächeneinheit zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Ersatzressource Ressource, die selbst nicht knapp ist, um die aber konkurriert wird, weil sie Zugang zu irgendeiner anderen Ressource liefert, die bereits knapp ist oder werden könnte.
Eukaryoten Organismen mit Zellen, die einen von einer Membran umhüllten Zellkern aufweisen, in dem die DNA mit Histonen verbunden und zu Chromosomen organisiert ist, zum Beispiel Protozoen, Algen, Pilze, Pflanzen und Tiere.
euphotische Zone Oberflächenzone eines Sees oder eines Meeres, in der die Nettoprimärproduktion erfolgt.
Eutrophierung Anreicherung eines Gewässers mit pflanzlichen Nährstoffen, was in der Regel zu einer von Phytoplankton dominierten Lebensgemeinschaft führt.
Evapotranspiration Wasserverlust von Boden und Vegetation an die Atmosphäre. Die potentielle Evapotranspiration kann man anhand von physikalischen Charakteristika der Umwelt wie der einfallenden Strahlung, der Windgeschwindigkeit und der Temperatur berechnen. Die tatsächliche Evapotranspiration wird häufig geringer sein als die potentielle, was von der Verfügbarkeit von Wasser (durch Niederschläge oder im Boden gespeichertes Wasser) abhängt.
evolutionär stabile Strategie (ESS) Strategie, die, sofern sie von der Mehrheit einer Population verfolgt wird, durch keine andere Str!tegie übertroffen werden kann und daher zumeist durch natürliche Selektion etabliert wird.
exakte Kompensation Dichteabhängigkeit, bei der eine Zunahme der anfänglichen Dichte durch einen Anstieg der Sterberate und/oder eine Abnahme der Geburtsrate und/oder Wachstumsrate genau ausgeglichen wird.
exogen Von außerhalb eines Organismus stammend.
exponentielles Wachstum Größenwachstum einer Population (oder anderen\Einheit), bei der die Wachstumsrate mit steigender Populationsgröße gemäß einer Exponentialfunktion verlaufend zunimmt.
extranorale Nektarien Nektar sezernierende Drüsen an Blättern oder anderen vegetativen Teilen von Pflanzen.
extrinsische Faktoren Wörtlich von außen einwirkende Faktoren. In der Ökologie sind physikalische und chemische Charakteristika der Umwelt und anderer Organismen alles extrinsische Faktoren, die auf einen Organismus einwirken.
fakultative Annuelle Organismen (in der Regel wird der Begriff nur auf Pflanzen angewendet), die unter gewissen Bedingungen ihren Lebenszyklus innerhalb von zwölf Monaten abschließen können.
fakultativer Mutualismus Zustand, bei dem eine oder beide Arten einer mutualistischen Beziehung auch in Abwesenheit des aIrderen Partners überleben und Populationen aufrechterhalten können.
Fang pro Aufwandseinheit (catch per unit effort - Gewöhnlich auf das Abernten einer natürlichen Ressource angewendet (zum Beispiel Meeresfische); Gesamtfang (Zahl oder Biomasse) geteilt durch den gesamten Aufwand für den Fang (zum Beispiel ein Produkt der Gesamtzahl und Größe der eingesetzten Schiffe und der Zahl der Tage, an denen sie auf Fang waren).
Fekundität (Fruchtbarkeit) Zahl der Eier, Samen oder ganz allgemein Nachkommen im ersten Stadium des Lebenszyklus, die ein Individuum produziert.
Fekunditätstafel Tabelle, welche die Reproduktionsleistung von Individuen unterschiedlichen Alters im Laufe ihres Lebens in einer Population zeigt.
Feuchtigkeitsgradient Räumlicher Gradient der Verfügbarkeit von Wasser im Boden.
Filtrierer Aquatische Tiere, die kleine Partikel organischen Materials aus dem über ihnen fließenden Wasser filtern.
Fitneß Beitrag der Nachkommen eines Individuums zu einer Population im Verhältnis zum Beitrag anderer Individuen in der gegenwärtigen Population. Der relative Beitrag eines Individuums zum Genpool der nächsten Generation.
fleckenhafter Lebensraum Lebensraum, in dem signifikante räumliche Unterschiede in der Eignung für die betreffenden Arten herrschen.
floristisches Gleichgewicht Artenzusammensetzung einer Flora, wenn keine weiteren durch interne oder externe Faktoren verursachten Veränderungen mehr erfolgen.
Fortpflanzung Siehe Reproduktion.
Fremdzucht (outbreeding) Verpaarung von genetisch verschiedenen Organismen.
Fruchtbarkeit Siehe Fekundität.
Frühreife Reproduktion in einem frühen Lebens- oder Wachstumsstadium eines Organismus im Vergleich zu anderen Organismen der gleichen oder verwandter Arten, die ihre Reproduktion relativ hinauszögern.
fundamentale Nettoreproduktionsrate Durchschnittliche Zahl von Individuen, die jedes Individuum einer Population zur Population des folgenden Zeitabschnitts beisteuert, also die auf einem Vergleich der Größe einer Population mit der Größe im vorangegangenen Zeitabschnitt beruhende Vermehrungsrate.
fundamentale Nische, Fundamentalnische Größte ökologische Nische, die ein Organismus oder eine Art ohne interspezifische Konkurrenz und Prädation einnehmen kann.
funktionelle Reaktion Beziehung zwischen der Konsumptionsrate eines Räubers und der Dichte seiner Beute.
Gamet (Haploide) Fortpflanzungszelle, die sich bei der Befruchtung mit einer anderen zu einer Zygote vereinigt, aus der dann ein neues Individuum (der Genet) entsteht.
Gaussches Prinzip Siehe Konkurrenz-Ausschluß-Prinzip.
Geist vergangener Konkurrenz Von J. H. Connell geprägter Begriff, der hervorheben soll, daß die in der Vergangenheit als evolutionäre Kraft wirksame interspezifische Konkurrenz oft ihre Auswirkungen im Verhalten, in der Verbreitung oder in der Morphologie von Arten hinterlassen hat, selbst wenn es heute keine Konkurrenz mehr zwischen den betreffenden Arten gibt.
Geklumpte (geballte) Verteilung Siehe aggregierte Verteilung.
gekoppelte Oszillationen Miteinander in Zusammenhang stehende Abundanzschwankungen zweier Arten, allgemein ausgedrückt eines "Räubers" und einer "Beute", wobei eine geringe Abundanz der Beute zu geringer Abundanz des Räubers führt, wodurch wiederum die Beute und in der Folge auch der Räuber häufig werden, was wiederum eine geringe Beutehäufigkeit nach sich zieht und so weiter.
Gen Einheit des Erbmaterials - ein Erbfaktor.
Generationsdauer (generation length -T) Die durchschnittliche Länge der Zeitspanne zwischen der Geburt eines Elternteils und der Geburt seiner Nachkommen (die "Generationszeit der Kohorte"): Wenn die Nachkommen noch während der Lebenszeit ihrer Eltern selbst wieder Nachkommen produzieren, ist der über viele Generationen berechnete Durchschnitt geringer als die Generationsdauer der Kohorte.
Genet Aus einer Zygote entstandener Organismus. Der Begriff wird vor allem auf modulare Organismen und Mitglieder eines Klones angewendet, um genetische Individuen zu definieren und von Rameten zu unterscheiden, die potentiell pIIysioIogisch unabhängigen Teile, die aus dem iterativen Vorgang des modularen Wachstums entstehen können.
genetische Drift Zufällige Veränderungen der Genfrequenz innerhalb einer Population, denen in kleinen Populationen die größte Bedeutung zukommt.
Genfluß Folge der Fremdbefruchtung zwischen Vertretern einer Art innerhalb von Populationen oder über die Grenzen von Population hinweg, was zur Ausbreitung der Gene in und zwischen den Populationen führt.
Genotyp Alle genetischen Merkmale, welche die Struktur und die Funktion eines Organismus bestimmen.
Gentechnik Jeder künstliche Eingriff in die genetische Struktur eines Organismus (mit Ausnahme einfacher künstlicher Selektion), der zu Veränderungen führt, die im Normalfall in der Natur nicht auftreten würden, etwa die Übertragung eines Gens von einer Art auf eine andere.
geometrische Reihe Durch Multiplikation mit einem konstanten Faktor erhaltene Zahlenfolge, zum Beispiel 1,3,9,27 etc.
geordnete Konkurrenz Siehe Konkurrenz durch Wettbewerb.
Gilde Gruppe von Arten, welche dieselbe Klasse von Ressourcen auf ähnliche Weise nutzen.
Gleichgewichtstheorie Theorie der Organisation von Lebensgemeinschaften, die ihre Aufmerksamkeit auf die Eigenschaften eines Systems an einem Gleichgewichtspunkt richtet, an den die Gemeinschaft nach einer Störung zumeist zurückkehrt.
gleichmäßige Verteilung Verteilung von Organismen mit einem größeren durchschnittlichen Abstand untereinander als bei einer Zufallsverteilung.
globale Erwärmung Vorausgesagte Erwännung der Erde infolge der zunehmenden Konzentrationen von Gasen wie Kohlendioxid, Methan, Stickstoffoxid und Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) in der Atmosphäre.
Glykosid Derivat von Glucose (oder einem anderen Zucker), bei dem ein Wasserstoffatom durch ein organisches Radikal ersetzt ist (= Glucosinolat).
Glykosidasen (carbohydrase) Enzyme zur Spaltung von Kohlenhydraten.
Gonaden Organe von Tieren, welche die Gameten (Keimzellen) produzieren.
Gradientenanalyse Analyse der Artenzusammensetzung entlang eines Gradienten von Umweltbedingungen.
Grenzschicht Die strömungsarme Wasserschicht direkt über dem Flußbett.
Gruppenselektion Evolutionsprozeß, der vermutlich über die unterschiedliche Nachkommenzahl von Gruppen statt von Individuen wirkt.
Habitat Ort, an dem ein Mikroorganismus, eine Pflanze oder ein Tier lebt.
Habitatdiversität Das Spektrum an Habitaten in einer Region.
Habitus Der charakteristische Bau einer Pflanze oder eines Tieres.
Halophyt Pflanze, die sehr hohe Salzkonzentrationen im Boden toleriert.
Handhabungszeit Zeitspanne, in der ein Räuber mit dem Verfolgen, Überwältigen und Verzehr einer Beute beschäftigt ist.
Hartlaubzone z.B. Chaparral oder Macchie Vegetationstyp; ein Dickicht aus kleinwüchsigen, immergrünen Eichen und anderem dichten Gestrüpp.
Haustorien Organe parasitischer Pflanzen oder Pilze, die in das Gewebe oder die Zellen des Wirtes eindringen.
Heimfindevermögen Fähigkeit, genau an den Ort der Geburt zurückzukehren, zum Beispiel die Rückkehr der Lachse vom Meer in genau jenen Fluß, in dem sie schlüpften.
Hemikryptophyt Lebensform mehrjähriger Pflanzen, deren oberirdische Sprosse in der ungünstigsten Jahreszeit absterben, und deren Überdauerungstriebe sich unmittelbar unter der Erdoberfläche befinden.
Hemiparasiten Pflanzen, die zur Photosynthese fähig sind, aber Verbindungen mit den Wurzeln oder Sprossen anderer Pflanzenarten eingehen und einen Großteil oder den gesamten Bedarf an Wasser und Nährstoffen über ihren Wirt decken.
Herbivorie Konsumption lebenden Pflanzenmaterials.
Herbizide Chemische oder biologische Präparate zum Abtöten von Pflanzen.
Heterotrophe Organismen, die energiereiche organische Moleküle benötigen (Tiere, Pilze und die meisten Bakterien).
heterotrophe Sukzession Zeitliche Abfolge von Arten an einem Ort, an der vor allem Tiere beteiligt sind.
Heterozygote Organismen, die unterschiedliche Allele an den entsprechenden Stellen homologer Chromosomen tragen.
Holoparasiten Parasitische Pflanzen, die kein Chlorophyll besitzen und daher für ihre Versorgung mit Wasser, Nährstoffen und fixiertem Kohlenstoff völlig auf ihre Wirtspflanzen angewiesen sind.
Homoiotherme Organismen, die eine nahezu konstante Körpertemperatur aufrechterhalten, welche in der Regel über der Umgebungstemperatur liegt.
homologe Strukturen Strukturelle Ähnlichkeiten, die vermutlich auf eine gemeinsame Abstammung zurückgehen, zum Beispiel der Flügel eines Vogels und die Vorderextremität eines Säugetiers.
Homozygote Organismen, die an den entsprechenden Stellen auf homologen Chromosomen identische Allele tragen.
horizontale Lebenstafel Siehe Kohortenlebenstafel.
Hornöostase Die AufrechterhaltungJrelativ konstanter innerer Bedingungen angesichts einer schwankenden äußeren Umwelt.
Hydrophilie, Hydrogarnie Blütenbestäubung durch Wasser als Vermittler.
Hydrosphäre Das Wasser im Boden, in Flüssen, Seen und Meeren.
Häufigkeitsabhängigkeit Beschreibt die Tendenz eines Räubers, häufigere Beutearten verhältnismäßig stärker zu nutzen.
Immigration Siehe Einwanderung.
Immunreaktion Abwehrreaktion eines Tieres, bei der gegen eindringende Mikroorganismen oder Parasiten, transplantierte Gewebe und viele andere Substanzen, die vom Körper als fremd erkannt werden, spezifische Antikörper (nur bei Wirbeltieren) und/oder cytotoxische Zellen gebildet werden.
Individualkonzept Konzept von Lebensgemeinschaften als Assoziation von Arten, die infolge ähnlicher Ansprüche gemeinsam vorkommen und nicht aufgrund einer langen koevolutionären Entwicklung.
Inkubationszeit Zeitraum der Embryonalentwicklung im Ei vor dem Schlüpfen. In der Epidemiologie die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der Symptome einer Krankheit.
Inokulation Einbringen eines Krankheitserregers oder Impfstoffs durch eine absichtlich herbeigeführte Wunde.
Insektizide der dritten Generation Synthetische, gewöhnlich organische Insektizide mit eingeschränktem Wirkungsspektrum zur Begrenzung der unerwÜnschten Nebenwirkungen auf andere als die Zielarten.
Inselbiogeographie Studium der Verbreitung von Arten und der Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften auf Inseln.
instabiles Gleichgewicht In ökologischem Zusammenhang ein Stadium einer Population, mehrerer Populationen oder von Ressourcen, bei dem geringfügige Störungen zu größeren Verschiebungen führen.
Interferenz Siehe Konkurrenz durch Interferenz.
Interferenzkoeffizient Maß dafür, inwieweit die gegenseitige Beeinträchtigung von Konsumenten mit steigender Konsumentendichte zunehmend die Konsumptionsrate der Individuen verringert.
interspezifische Konkurrenz Konkurrenz zwischen Individuen verschiedener Arten.
intraspezifische Konkurrenz Konkurrenz zwischen Individuen der gleichen Art.
Inzuchtdepression (inbreeding depression) Vitalitätsverlust von Nachkommen nah verwandter Individuen; er beruht auf der Expression nachteiliger Gene im homozygoten Zustand und einem generell niedrigen Level von Heterozygotie.
Isokline Eine Linie, die zwei Punkte miteinander verbindet, welche jeweils zur gleichen Zuwachsrate der Populationen einer betreffenden Art führen. Die Punkte können Kombinationen von Artendichten oder von Ressourcenlevels repräsentieren.
Isotherme Eine Linie auf einer Karte, die Orte mit der gleichen Durchschnittstemperatur miteinander verbindet.
isotonisch Den gleichen osmotischen Druck aufweisend.
Isotope Atome des gleichen Elements mit denselben chemischen Eigenschaften, aber einer anderen Masse und unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, die von ihrer Masse abhängen.
Iteroparität (lteroparie) Fortpflanzung von Organismen in einer Reihe getrennter Fortpflanzungsereignisse, während und nach denen die Organismen jeweils einen Zustand aufrechterhalten, der sich günstig auf ihr Überleben auswirkt, damit sie sich in der Folge erneut fortpflanzen können (die "getrennten Fortpflanzungsereignisse" können jedoch zu einer kontinuierlichen Vermehrung verschmelzen.)
K-Selektion Auslese von Merkmalen von Lebenszyklusstrategien, welche die Fähigkeit fördern, einen proportional großen Beitrag zu einer Population zu leisten, die nahe an ihrer Umweltkapazität angelangt ist. Diese Merkmale sind - in groben Zügen - große Größe, verzögerte Reproduktion, Iteroparität, ein geringer Reproduktionsaufwand, intensive Brutpflege sowie die Produktion weniger, aber großer Nachkommen.
k-Wert Verlust von Individuen eines bestimmten Stadiums eines Lebenszyklus, wobei die Zahlen zu Beginn und am Ende des Stadiums logarithmisch ausgedrückt werden, zum Beispiel loglO (vorher)-loglo (nachher).
Kapazität Siehe Umweltkapazität
Katabolismus Abbau komplexer organischer Moleküle in einfachere Formen unter Freisetzung von Energie durch lebende Organismen.
Katastrophe Einschneidende Umweltveränderung, die umfangreiche Schäden hervorruft, gewöhnlich weiträumig Todesopfer fordert, aber so selten auftritt, daß die Auswirkungen der natürlichen Selektion durch ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit (sofern sie überhaupt auftraten) nicht im "genetischen Gedächtnis" von Arten haften blieben. Der Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens war eine Katastrophe in diesem Sinne (Im Gegensatz dazu können die in den östlichen USA immer wieder auftretenden Hurrikane (Wirbelstürme) als "Verheerungen" bezeichnet werden.)
Keimverzögerung Einbettung von Samen in harten Umhüllungen, beispielsweise Fruchtknoten oder Zapfen, so daß sie erst nach speziellen Ereignissen, etwa nach einem Feuer, freigesetzt werden und keimen können.
Klassifikation Methode zur Kategorisierung von Lebensgemeinschaften, wobei solche mit ähnlicher Artenzusammensetzung zu Untergruppen zusammengefaßt werden.
Klimax Angenommener Endzustand einer Sukzession; eine Lebensgemeinschaft, die einen stabilen Zustand erreicht hat.
Kloakentiere (Monotremata) Primitive Säugetiere in drei Gattungen, die Eier legen, Haare besitzen und Milch sezernieren.
Klon Gesamtprodukt des Wachstums einer einzigen Zygote bei Organismen, die durch Wiederholung von Struktureinheiten wachsen (modulare Organismen) und bei denen diese Einheiten zumindest potentiell die Fähigkeit zu physiologischer Unabhängigkeit aufweisen. Mit Ausnahme sehr seltener somatischer Mutationen sind die Teile eines Klones genetisch identisch.
klonale Ausbreitung Sich-voneinander-Entfernen oder Auseinanderwachsen der Teile eines modularen Organismus (wobei diese häufig, aber nicht unbedingt, voneinander getrennt werden).
Koevolution Prozeß, durch den Vertreter von zwei oder mehr Arten wechselseitig auf die Kräfte der natürliche Selektion einwirken, die sie aufeinander ausüben, beispielsweise Parasiten und ihre Wirte.
Koexistenz Zusammenleben von zwei Arten (oder Organismen) im seIben Lebensraum, wobei keine von der anderen verdrängt wird.
Kohorten-Generationszeit (Tc) Eine Annährung an die tatsächliche Generationsdauer, die unberücksichtigt läßt, daß sich einige Nachkommen während der reproduktiven Phase ihrer Eltern selbst fortpflanzen; also einfach die durchschnittliche Zeitspanne zwischen der Geburt eines Elternteils und der seiner Nachkommen.
Kohortenlebenstafel (horizontale Lebenstafel) Lebenstafel, die erstellt wird, indem man eine Gruppe von Individuen, die alle während desselben kurzen Zeitraums geboren wurden, von diesem Zeitpunkt der Geburt bis zum Tod des letzten überlebenden Individuum verfolgt.
Kolonisation (Kolonisierung) Eindringen und Ausbreitung einer Art (oder von Genen) in ein Gebiet, einen Lebensraum oder eine Population, in denen sie zuvor nicht vorkam.
Kommensalismus Wechselbeziehung, bei der sich ein Organismus (oder eine Art) günstig auf einen zweiten Organismus (oder eine zweite Art) auswirkt, der zweite aber keinerlei (weder positiven noch negativen) Einfluß auf den ersten hat.
Kompartimentalisierung einer Lebensgemeinschaft Tendenz von Lebensgemeinschaften, sich zu Untereinheiten zu organisieren, wobei die Wechselbeziehungen innerhalb der Untereinheiten stark, zwischen ihnen hingegen schwach sind.
Kompensationspunkt Strahlungsintensität, bei der Photosynthese und Atmung im Gleichgewicht sind.
komplementäre Ressourcen Ressourcenpaar, bei dem die Aufnahme der einen den Bedarf an der zweiten reduziert.
Konkurrenz Wechselbeziehung zwischen zwei (oder mehreren) Organismen (oder Arten), bei der gegenseitig die Geburts- und/oder Wachstumsrate verringert und/oder die Sterberate erhöht werden.
Konkurrenz durch "Drängelei" (scramble competition Extremste Form überkompensierender Dichteabhängigkeit bei der Auswirkung intraspezifischer Konkurrenz auf das Überleben, wobei alle konkurrierenden Individuen so negativ betroffen sind, daß keines davon überlebt.
Konkurrenz durch Ausbeutung (exploitation competit Form der Konkurrenz, bei der jegliche nachteiligen Auswirkungen auf einen Organismus durch Verringerung der Ressourcenlevels durch andere, konkurrierende Organismen verursacht werden.
Konkurrenz durch Interferenz (interference competi Konkurrenz zwischen zwei Organismen, bei welcher der eine den anderen physisch aus Teilen seines Lebensraums und somit von den Ressourcen verdrängt, die er dort nützen könnte.
Konkurrenz durch Wettbewerb (geordnete Konkurrenz; Intraspezifische Konkurrenz, bei der die Mortalität Dichteanstiege exakt kompensiert, so daß es ungeachtet der anfanglichen Dichte immer eine konstante (oder nahezu konstante) Zahl von Überlebenden gibt.
Konkurrenz durch Überwachsen Konkurrenz zwischen sessilen Organismen, bei der ein Individuum ein anderes überwächst und dadurch verhindert, daß dieses Licht, Nahrung und andere Ressourcen effektiv nutzen kann.
Konkurrenz-Ausschluß-Prinzip Die Vorstellung, daß zwei konkurrierende Arten in einer stabilen Umwelt aufgrund von Unterschieden in ihren realisierten Nischen koexistieren; kommt es nicht zu einer Nischendifferenzierung oder läßt der Lebensraum diese nicht zu, dann wird eine Art die andere verdrängen oder ausschließen.
Konkurrenzausschluß Ausschluß einer Art aus einem Gebiet oder Lebensraum durch eine andere aufgrund interspezifischer Konkurrenz.
Konkurrenzentlastung (ökologische Entlastung ; com Erweiterung der Nische einer Art aufgrund des Fehlens von Konkurrenz mit anderen Arten, zum Beispiel weil sie auf einer Insel vorkommt, auf der Konkurrenten fehlen.
Konkurrenzkoeffizient Bei interspezifischer Konkurrenz ein Maß für die Konkurrenzwirkung einer Art auf eine andere im Verhältnis zu der Konkurrenzwirkung der zweiten Art auf sich selbst.
Konsumptionseffizienz Prozentsatz der verfügbaren Energie, der tatsächlich auf einer trophischen Ebene konsumiert wird. Im Fall von Herbivoren ist dies der aufgenommene Prozentsatz der Nettoprimärproduktion.
Kontinentaldrift Das Auseinanderweichen und die Bewegung von Landmassen in geologischer Zeit.
Kontinentalität Klimatische Bedingungen, wie man sie an Orten im Zentrum großer Kontinente antrifft.
Kontrastbetonung (character displacement) Siehe Merkmalsverschiebung.
konvergente Evolution Vorgang, durch den Organismen verschiedener Evolutionslinien eine ähnliche Gestalt oder ein ähnliches Verhalten entwickeln.
Koprophagie Aufnahme von Kot.
Korrelogramm Statistische Methode zur Analyse der Daten von Zeitreihen und ihre Überprüfung auf zyklische Phänomene.
Krankheit Gestörter oder veränderter Zustand eines Organismus (Funktionsstörung), der durch die Anwesenheit eines Antagonisten (Toxin oder Pathogen) oder das Fehlen irgendeines essentiellen Stoffes (zum Beispiel Spurenelemente oder Vitamine) verursacht wird.
Krypsis Umgebungstracht; Erscheinungsform eines Organismus, die seine Entdeckung erschwert, zum Beispiel Tarnung vor Räubern.
Kryptophyt (Geophyt) Lebensform ausdauernder krautiger Gewächse, die ungünstige Perioden durch unterirdische Organe überstehen.
Lebensgemeinschaft (Biozönose) Räumlich und zeitlich zusammenlebende Arten.
Lebensraumdiversität Siehe Strukturdiversität.
Lebenstafel (life table) Zusammenfassung (nach Altersklassen) der Überlebensfähigkeit von Individuen einer Population.
Lebenszyklus (life cycle) Abfolge von Stadien eines Organismus während seiner Entwicklung von der Zygote bis zur Produktion von Nachkommen.
Lebenszyklusstrategie (life history) Muster von Wachstum, Differenzierung, Speicherung und Reproduktion während des Lebens eines Organismus.
Lichtkompensationspunkt Siehe Kompensationspunkt.
Lignin Komplexes, zusammen mit Cellulose in den Zellwänden von Pflanzen, besonders im Holz und in Faserbündeln abgelagertes organisches Material (Kohlenwasserstoffe).
Lipasen Enzyme, die Fette in Alkohole und Säuren spalten.
Litoral Zone am Rand eines Sees oder Meeres, die zeitweise der Luft ausgesetzt und zeitweise überflutet ist.
logistische Gleichung Häufig verwendete Gleichung für das Wachstum einer aus einer einzigen Art bestehenden Population ohne diskrete Generationen unter dem Einfluß von Konkurrenz; sie ist einfach und beinhaltet alles Wesentliche, aber nur sehr wenige der Einzelheiten realer Beispiele.
logistische Kurve Siehe sigmoide Kurve.
Makrofauna Die grossen Tiere einer Lebensgemeinschaft innerhalb eines willkürlich festgelegten Größenbereichs, zum Beispiel zwischen zwei und 20 Millimetern Körperbreite bei bodenlebenden Wirbellosen.
Makroinvertebraten Wirbellose mit mehr als zwei millimetern Körperlänge.
Makroparasiten Parasiten, die in ihrem Wirt wachsen, sich aber durch die Produktion von Infektionsstadien vermehren, welche von dem Wirt freigesetzt werden und neue Wirte infizieren. Sie leben meist zwischen den Zellen oder in den Körperhöhlen der Wirte, seltener in den Wirtszellen.
Mastjahre (mast years) Bestimmte Jahre, in denen Bäume und Sträucher eine besonders groBe Samenmenge produzieren.
maximale Nahrungskette Abfolge von Arten, beginnend mit einer Art an der Basis (einer Pflanze), über eine andere Art (einen Herbivor), die sich von ihr ernährt, und so weiter bis zu einem Gipfelräuber (von dem sich kein anderes Tier ernährt).
maximaler Dauerertrag Maximaler Ertrag, der wiederholt von einer Population entnommenwerden kann, ohne die Population an den Rand des Aussterbens zu bringen.
Megafauna Größte willkürliche Größenkategorie von Tieren in einer Lebensgemeinschaft, zum Beispiel über 20 Millimeter Körperbreite bei bodenlebenden Wirbellosen.
Megaherbivoren Sehr große terrestrische Weidetiere (von über 1000 Kilogramm Gewicht), etwa Elefanten; umfaßt auch viele der in den letzten ungefähr 30000 Jahren ausgestorbenen Arten.
Megaphyten Pflanzen mit normalerweise unverzweigten Sprossen oder Stämmen und einer Krone aus sehr großen Blättern; auch die Blütenstände sind häufig sehr groß.
Mehrertrags-Modell (sucplus yield model) Einfaches Modell der Auswirkung der Ernte auf eine Population, das lediglich die Größe oder Biomasse einer Population berücksichtigt, ohne Rücksicht auf die Struktur innerhalb der Population.
Meristem Pflanzengewebe mit aktiver Zellteilung (insbesondere in den Triebspitzen, Seitenknospen und einer Zone nahe der Wurzelspifze).
Merkmalsverschiebung (character displacement) Meßbarer physikalischer Unterschied zwischen zwei Arten, entstanden durch natürliche Selektion infolge eines Selektionsdruckes auf eine der beiden Arten aufgrund von Konkurrenz untereinander.
Mesofauna Tiere im Größenbereich von 100 Mikrometern bis zwei Millimeter Körperlänge.
Mesophyll Das innere Gewebe eines Blattes (ohne Leitgefäße). Bei grünen Pflanzen befinden sich in diesen Zellen die meisten Chloroplasten und hier findet die Photosynthese statt.
Metabolismus (Stoffwechsel) Summe aller chemischen Reaktionen in einer Zelle oder einem Organismus.
Metamorphose Abrupter Übergang zwischen zwei Entwicklungsstadien: zum Beispiel von der Larval- zur Adultform.
Metapopulation Population, die als Reihe von Unterpopulationen existiert, welche durch Wanderungen untereinander verbunden sind. Die Migrationsrate ist jedoch begrenzt, so daß man die Dynamik der Metapopulation als Summe der Dynamiken der einzelnen Unterpopulationen ansehen sollte.
Migration (Wanderung) Die Wanderung von Individuen und häufig ganzen Populationen von einem Gebiet in ein anderes.
Mikroben Mikroorganismen; jegliche mikroskopisch kleinen Organismen wie Bakterien, Viren, einzellige Algen, Protozoen und mikroskopische Pilze wie Hefen.
Mikrobivore Tiere, die sich von Mikroorganismen ernähren.
Mikrofauna Kleinste willkürliche Größenkategorie von Tieren in einer Lebensgemeinschaft.
Mikroflora Bakterien, Pilze und mikroskopische Algen.
Mikroklima Klima innerhalb eines sehr kleinen Gebiets oder in einem bestimmten, oft genau abgegrenzten Habitat.
Mikroparasiten Parasiten, die sich direkt innerhalb ihres Wirtes, in der Regel in dessen Zellen, vermehren.
Mikrostandort (In weiterem Sinne Mikrohabitat.) Kleinste Untereinheit von Umweltbedingungen innerhalb eines Lebensraums, welche die für eine Lebensphase eines Organismus erforderlichen speziellen Ressourcen und Bedingungen bietet, zum Beispiel Ritzen oder Spalten, welche für die Keimung von Samen einer bestimmten Art geeignet sind.
Mikrotopographie Variationen der Höhe und Rauheit des Untergrunds in sehr kleinem Maßstab (etwa in "Organismengröße").
Mimese Ähnlichkeit eines Organismus (des Nachahmers) mit einem nicht-lebenden Objekt (dem Modell), die dem Nachahmer offensichtlich einen Selektionsvorteil verschafft.
Mimikry Ähnlichkeit eines Organismus (des Nachahmers) mit einem anderen Organismus (dem Modell), die dem Nachahmer offensichtlich einen Selektionsvorteil verschafft.
mittlere Befallsintensität Mittlere Zahl von Parasiten pro Wirt in einer Population (einschließlich der nicht infizierten Wirte).
Modell der optimalen Ernährung Mathematisches Modell für die Auswahl jener Nahrung, die dem Konsumenten theoretisch den größten Energiegewinn sichert; ein Maßstab zum Beurteilen der tatsächlichen Leistung.
modulare Organismen Durch die wiederholte Bildung bestimmter Teile wachsende Organismen, zum Beispiel die Blätter, Triebe und Zweige von Pflanzen, die Polypen von Korallen oder von Schwämmen. Modulare Organismen sind fast immer verzweigt, doch die Verzweigungen können unterbrochen und die abgetrennten Teile in vielen Fällen physiologisch unabhängig werden, beispielsweise bei Wasserpolypen (Hydra spp.) und Wasserlinsen (Lemna spp.) (siehe auch Ramet und unitare Organismen).
Monoklimax-Theorie Die Vorstellung, daß alle Sukzessionsabfolgen zu einem einzigen, für ein bestimmtes Gebiet charakteristischen Klimaxstadium führen.
Monokotyledonen (Einkeimblättrige) Eine der zwei Hauptgruppen von Blütenpflanzen (siehe Angiospermen). Normalerweise charakterisiert durch das Vorhandensein eines einzelnen Keimblattes (Kotyledon), oftmals dreizählige Blüten, parallelnervige Blätter, und die fehlende Fähigkeit, durch Zellteilung innerhalb der Gewebe sekundäres Gewebe, das heißt Holz, zu bilden.
Monokultur Große, von einer einzigen Pflanzenart (oder bei Nutzpflanzen einer einzigen Varietät) bedeckte Fläche; experimentell der Anbau einer einzigen Pflanzenart.
monomorph In nur einer Form auftretend.
Monophagie Ernährung von nur einem einzigen Nahrungstyp.
Morphogenese Entwicklung der Körpergröße, Gestalt oder anderer struktureller Eigenschaften eines Organismus.
Morphologie Gestalt und Bau eines Organismus.
Mosaikzyklus-Dynamik Siehe Patchdynamik.
MSY Siehe maximaler Dauerertrag.
multiple Resistenz (gegenüber Pestiziden) Mehrfachresistenz; Resistenz eines Organismus gegenüber Pestiziden mit verschiedenen Wirkmechanismen.
Mutualismus Wechselbeziehung zwischen den Individuen von zwei (oder mehreren) Arten, durch die das Wachstum, die Wachstumsrate und/oder die Populationsgröße von beiden Arten durch gegenseitige Begünstigung zunehmen (siehe auch fakultativer Mutualismus und obligatorischer Mutualismus).
Mykorrhiza Gewöhnlich mutualistische, enge Beziehung zwischen den Wurzeln einer Pflanze und einem Pilz (siehe auch ektotrophe Mykorrhiza und vesikulär-arbuskuläre Mykorrhiza).
n-dimensionaler Hyperraum Siehe ökologische Nische.
Nachhaltigkeit (sustainability) Fähigkeit eines Ökosystems, trotz Nutzung der Ressourcen in der Leistung nicht zu erschöpfen.
Nahrungskette Abstrakte Darstellung der Verbindungen zwischen Konsumenten und konsumierten Populationen, zum Beispiel Pflanze - Herbivor - Carnivor.
Nahrungsketteneffizienz (Transfereffizienz) Effizienz der schrittweisen Energieübertragung zwischen verschiedenen trophischen Ebenen einer Lebensgemeinschaft.
Nahrungsnetz Darstellung der Nahrungsbeziehungen in einer Lebensgemeinschaft, die alle durch Nahrungsanalysen ermittelten Verbindungen enthält.
Nahrungspräferenz Siehe Ausgleichspräferenz, Rangpräferenz.
Naturschutzbiologie Prinzipien und Praktiken der Wissenschaft, die sich mit der Bewahrung von Arten vor dem Aussterben sowie mit der Erhaltung von Lebensräumen befaßt.
natürliche Selektion Kraft, die bewirkt, daß einige Individuen einer Population mehr Nachkommen (und Gene) zu den nachfolgenden Generationen beitragen als andere, und somit zu Veränderungen der genetischen Zusammensetzung von Populationen im Lauf der Zeit führt (Evolution).
Nekromasse Gewicht toter Organismen, in der Regel auf eine Flächeneinheit. oder ein Wasservolumen bezogen. Manchmal wird der Begriff auch für tote Teile lebender Organismen verwendet, zum Beispiel für die Borke und das Kernholz von Bäumen oder die Haare und Krallen von Tieren.
nekrotropher Parasit (Nekroparasit) Parasit, der seinen Wirt (oder Teile von ihm) abtötet und auf der toten Substanz weiterlebt.
Nettonullwachstumslinie Isokline, entlang derer die Rate des Populationswachstums Null beträgt.
Nettoprimärproduktion (NPP) Die gesamte von Pflanzen durch Photosynthese angereicherte Energie (Bruttoprimärproduktion minus Atmung).
Nettoreproduktionsrate (basic reproduclive rate) Die durchschnittliche Zahl der Nachkommen der Individuen einer Population im Laufe ihres Lebens.
neutrale Modelle Modelle von Lebensgemeinschaften, die bestimmte Merkmale ihrer realen Entsprechungen beibehalten aber die Folgen biotischer Wechselbeziehungecn ausschließen; sie werden verwendet, um zu beurteilen, ob reale Lebensgemeinschaften durch biotische Kräfte gestaltet werden.
Neutralismus Fehlen von Wechselbeziehungen zwischen zwei Organismen (oder Arten); keiner von beiden wirkt sich auf den anderen aus.
Nische Grenzen aller wesentlichen Umweltmerkmale, innerhalb derer die Individuen einer Art Überleben, wachsen und sich fortpflanzen können.
Nischenaufteilung (nicke partilioning) Tendenz koexistierender Arten, den vorhandenen "Raum" entlang wichtiger Nischendimensionen untereinander aufzuteilen.
Nischendifferenzierung Tendenz koexistierender Arten, sich in ihren Nischenanforderungen zu unterscheiden.
Nisthenkomplementarität (Nischenergänzbarkeit) Tendenz koexistierender Arten, welche eine ähnliche Position entlang einer Nischendimension einnehmen, zum Beispiel in der Höhenlage, sich entlang einer anderen zu unterscheiden, zum Beispiel in der Ernährung.
Nitrifikation Umwandlung von Nitriten zu Nitraten, gewöhnlich durch Mikroorganismen. Der Begriff wird gewöhnlich für den Prozeß der Umwandlung von Ammoniumionen über Nitrite zu Nitraten verwendet.
Normalverteilung Korrekter "unimodale" Kurve: eine glockenförmige Kurve mit nur einem Maximum.
Nullhypothese Hypothese, daß ein beobachtetes und ein erwartetes Datenmuster letztendlich gleich sind und nur durch Zufall voneinander abweichen, aber nicht, weil sie wirklich verschieden sind. Im allgemeinen wendet man auf die Daten dann einen statistischen Signifikanztest an, um zu überprüfen; ob man die Hypothese verwerfen kann. Ist das der Fall, bezeichnet man die beobachteten und erwarteten Muster als signifikant unterschiedlich. Die Tests bestätigen die Nullhypothese nicht. "Erwartete" Muster kann man von der Theorie oder anderen, ähnlichen Datensätzen ableiten.
Nunatakker Inseln in einem während der Eiszeiten vereisten Gebiet, in denen Arten überlebt haben könnten.
Nährstoffkreislauf Umwandlung chemischer Elemente von ihrer anorganischen Form in der Umwelt zur organischen Form in Organismen und durch Zersetzung zurück in die anorganische Form.
obligatorischer Mutualismus Wechselwirkung, bei der eine symbiotische Beziehung mit anderen Arten für das Überleben einer Art notwendig ist. Siehe Symbiose.
Oekoenergetik Zweig der Ökologie, der Lebensgemeinschaften aus dem Blickwinkel des Energieflusses erforscht.
oekologische Entlastung (competitive release) Siehe Konkurrenzentlastung.
Oekologische Nische Begriff mit unterschiedlichen Definitionen, die nicht alle synonym sind. Um zwei zu nennen: I) Die "Beschäftigung" oder der "Beruf' eines Organismus oder einer Art; oder 2) der Bereich von Bedingungen, Ressourcenlevels und Dichten anderer Arten, die einem Organimus oder einer Art ermöglichen, zu überleben, zu wachsen und sich zu vermehren. Wenn demnach jede Bedingung, Ressource oder andere Art als Dimension betrachtet wird, ist die Nische ein n-dimensionaler Hyperraum.
oekonomische Schadensschwelle Schwelle der Abundanz eines Schädlings, oberhalb welcher die Bekämpfung weniger kostet als der zu erwartende Schaden, unterhalb welcher die Kosten für die Bekämpfung aber höher sind.
Oekophysiologie (physiologische Ökologie) Studium der Physiologie und der Toleranzgrenzen von Arten für ein besseres Verständnis ihrer Verbreitung in bezug auf abiotische Bedingungen.
Oekosystem Holistisches Konzept der Pflanzen, der gewöhnlich mit ihnen assoziierten Tiere und all der physikalischen und chemischen Bestandteile der unmittelbaren Umwelt oder des Habitats, die zusammen eine erkennbar eigenständige Einheit bilden. Das Konzept geht auf Tansley (1935) zurück.
Oekotyp Gruppe von Individuen einer Art mit einer charakteristischen Ökologie.
oligophag Sich von einem eingeschränkten Nahrungspektrum ernährend.
Omnivorie Konsumption von Nahrung aus mehr als einer trophischen Ebene.
ontogenetisch Im Laufe der Entwicklung eines Organismus auftretend.
opportunistische Arten Arten, die in der Lage sind, unregelmäßig auftretende Umwelten zu nutzen.
optimale Ähnlichkeit Grad der Ähnlichkeit zwischen konkurrierenden Arten, das bei Überschreiten oder Unterschreiten zu einer Verringerung der Fitneß für Individuen zumindest einer der Arten führen würde.
Ordination Mathematisches System zur Kategorisierung von Lebensgemeinschaften in einer Graphik, so daß solche mit ähnlicher Artenzusammensetzung nahe beieinander liegen.
Osmoregulation Regulation der Salzkonzentration in Zellen und Körperflüssigkeiten.
Osmose Diffusion von Wasser durch eine semipermeable Membran.
osmotischer Druck Tendenz von Wasser, sich durch eine semipermeable Membran in eine Lösung zu bewegen.
Paläarktis Biogeographische Region, welche die Landmassen Europas und Asiens von ihrer nördlichen Grenze bis zur Sahara und dem Himalaja umfaßt.
Pampa(s) Die baumlosen Ebenen Südamerikas südlich des Amazonas.
parallele Evolution Evolution entlang ähnlicher Entwicklungslinien bei systematischen Gruppen, die in einem früheren Stadium ihrer Geschichte geographisch getrennt wurden.
Parasit Organismus, der seine Nährstoffe von einem oder einigen wenigen Wirten erlangt und diese schädigt, aber nicht unmittelbar abtötet.
Parasitoide Insekten (meist Wespen und Fliegen) mit freilebenden Adulten, die ihre Eier in, auf oder in der Nähe von Wirtsinsekten ablegen (seltener von Spinnen oder Asseln). Ihre Larven entwickeln sich im Wirt (der selbst in der Regel noch nicht fertig entwickelt ist), beeinträchtigen ihn anfangs offenbar kaum, töten ihn jedoch letztendlich und verzehren ihn vor oder während des Puppenstadiums.
partielle Refugien Teile des Lebensraums einer Beute, in dem die Konsumptionsrate durch Räuber unter dem Durchschnitt für den gesamten Lebensraum liegt - eine Folge der Verhaltensreaktionen des Räubers auf die räumliche Verteilung der Beute.
Patchdynamik (Mosaikzyklus-Dynamik) Die Vorstellung, daß Lebensgemeinschaften aus einem Mosaik aus Patches bestehen, in denen abiotische störungen und biotische Wechselbeziehungen ablaufen.
Pathogene Krankheitserreger Mikroorganismen oder Viren, die Krankheiten verursachen.
Permafrost Dauerfrostboden; eine permanent gefrorene Bodenschicht.
permanenter Welkepunkt (PWP) Grad ungenügender Wasserverfügbarkeit im Boden, der unweigerlich zum Welken der in ihm wachsenden Pflanzen führt.
pflanzliche Insektizide Aus Pflanzen gewonnene Chemikalien zur Bekämpfung von Schadinsekten. pH-Wert Skala für sauer (1-7) oder alkalisch (7-14); der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration (10-1 bis 10-14).
Phagocyten Weiße Blutkörperchen, die schädliche Bakterien vernichten können.
Phanerophyt Erneuerungsknospen oder Triebspitzen entstehen aus oberirdischen Zweigen.
Pheromone Gewöhnlich in geringen Mengen von Tieren abgegebene chemische Duftstoffe, die von Artgenossen erkannt werden und Signalwirkung haben.
Phloem Gewebe in den Leitbündeln von Pflanzen, in dem ein Großteil des Transports gelöster organischer Stoffe stattfindet.
Photoperiode Dauer der Tageslänge.
Photosynthese Produktion von Zuckern aus Kohlendioxid und Wasser unter Nutzung der Sonnenenergie.
Photosyntheseintensität (je Blattflächeneinheit) Trockengewichtszunahme einer Pflanze über einen bestimmten Zeitraum hinweg, ausgedrückt als Funktion der Blattfläche der Pflanze.
photosynthetisch aktive Strahlung Für die Photosynthese nutzbaren Wellenlängen des Strahlungsspektrums.
Phyllosphäre Mikroumwelt auf einem Blatt oder in seiner unmittelbaren Umgebung.
Phylogenie Entwicklungsgeschichte einer taxonomischen Gruppe.
Physiologie tudium der inneren Prozesse und Aktivitäten von Organismen.
physiologische Zeit Ein Zeit und Temperatur verbindendes Maß für ektotherme und poikilotherme Organismen, welches die Tatsache widerspiegelt, daß insbesondere Wachstum und Entwicklung von der Umgebungstemperatur abhängen und daher für ihre Vollendung nicht nur Zeit, sondern eine Kombination aus Zeit und Temperatur benötigen.
Phytoalexine Komplexe organische Verbindungen, die Pflanzen als Reaktion auf Infektionen produzieren und die das weitere Wachstum des Pathogens hemmen.
phytophag Pflanzen fressend.
Phänologie Strenggenommen das Studium periodischer biologischer Ereignisse; in der Praxis oft auf die periodischen Phänomene selbst bezogen, etwa auf das Wachstum, die Entwicklung und die Reproduktion eines Organismus in bezug auf die Jahreszeiten.
Phänotyp Sichtbares oder auf andere Weise meßbares, physikalisches oder biochemisches Merkmal eines Organismus, das aus der Wechselwirkung von Genotyp und Umwelt resultiert.
Placentatiere (Placentalia) Säugetiere mit einer Placenta (Mutterkuchen), das heißt alle Säugetiere außer Beutel- und Kloakentieren.
Poikilotherme Organismen, deren Körpertemperatur stark mit der ihrer Umgebung korreliert ist.
Polyklimax-Theorie Die Vorstellung, daß eine Sukzession je nach den lokalen Umweltbedingungen zu einer Vielzahl von Klimaxstadien führt.
Polymorphismus Existenz unterschiedlicher Individuen innerhalb einer Art oder Population, die nicht einfach das Resultat von sich wiederholenden Mutationen sind.
polyphag Sich von einem breiten Nahrungsspektrum ernährend.
Polysaccharid Kohlenhydratpolymer aus einer Kette von Monosacchariden, zum Beispiel Stärke, Cellulose.
polyzentrische Verbreitung Vorkommen einer Population, einer Art oder einer anderen taxonomischen Gruppe an mehreren, weit voneinander getrennten Stellen.
Population Gruppe von Individuen einer Art in einem bestimmten Gebiet; die Größe und Natur dieses Gebiets werden oft je nach Forschungszweck willkürlich festgelegt.
Populationsdichte Individuenzahl in einer Population pro Flächeneinheit, manchmal auch "pro Volumeneinheit", "pro Blatt" oder was auch immer geeignet erscheint.
Populationsdynamik Die zeitlichen und räumlichen Veränderungen der Größe und Dichte von Populationen.
Populationsregulation Tendenz, daß irgendein Faktor in einer Population eine Zunahme der Dichte bewirkt, wenn diese niedrig ist, und eine Abnahme, wenn sie hoch ist.
Populationsschwankungen Zeitliche Veränderungen der Größe einer Population.
Populationszyklus Veränderungen der Individuenzahl in einer Population, die wiederholt zwischen Perioden hoher und geringer Dichte schwankt.
Populationsökologie Studium der zeitlichen und räumlichen Veränderungen der Populationsdynamik und ihrer Ursachen.
Primärproduktivität Rate der Biomasseproduktion pro Flächeneinheit durch Pflanzen.
Produktionseffizienz Maß für die Umwandlung assimilierter Energie in Biomasse.
Produktivität Rate der Biomasseproduktion pro Flächeneinheit durch eine Organismenklasse.
Prokaryoten Zellen ohne einen von einer Membran umgebenen Zellkern; zum Beispiel Bakterien oder Cyanobakterien ("Blaugrüne Algen").
Protozoen Einzellige Tiere.
Prädation Konsumption eines gesamten Organismus oder von Teilen davon durch einen anderen, wobei der Beuteorganismus beim ersten Angriff noch lebt.
Prädatoren Organismen, die sich von lebenden anderen Organismen ernähren; unterteilbar in echte Räuber, Weidegänger, Parasiten und Parasitoide.
Präferenzwechsel Tendenz eines Räubers, sich je nach ihrer relativen Häufigkeit in der Umgebung auf verschiedene Beutekategorien umzustellen.
Prärie Nordamerikanische Bezeichnung für Grasländer der gemäßigten Zone.
Prävalenzrate Auf die Abundanz bezogen der Anteil oder Prozentsatz bewohnbarer Stellen oder Gebiete, an dem eine bestimmte Art vorkommt. Bei Parasiten der Anteil oder Prozentsatz einer Population, der von einem bestimmten Parasiten befallen ist. Die Anzahl der Infizierten einer Population bezeichnet man als Prävalenz.
Pseudointerferenz Muster einer abnehmenden Konsumptionsrate von Räubern mit zunehmender Beutedichte, das an die Auswirkungen gegenseitiger Interferenz erinnert, aber auf eine aggregative Reaktion des Räubers zurückzuführen ist.
Pteridophyten Abteilung des Pflanzenreiches, die Farne, Schachtelhalme, Bärlappe und ihre Verwandten umfaßt. (Diploide) Pflanzen mit echten Sprossen, Blättern und Wurzeln, die sich durch Sporen vermehren und mit einer freilebenden, unauffälligen geschlechtlichen (haploiden) Generation (Prothallium).
PVA Siehe Gefährdungsgradanalyse.
Q10-Wert Quotient zweier Reaktionsgeschwindigkeiten bei einem Temperaturunterschied von zehn Grad Celsius.
r-Selektion Auslese von Merkmalen von Lebenszyklusstrategien, welche die Befähigung zu schneller zahlenmäßiger Vermehrung fördern; die Merkmale sind im wesentlichen kleine Größe, Frühreife, Semelparität, ein großer Reproduktionsaufwand sowie die Produktion von vielen, aber kleinen Nachkommen.
Radiation Zur Verzweigung einer Entwicklungslinie und damit größerer systematischer Diversität führender Evolutionsprozeß.
Ramet Durch vegetatives Wachstum geformter Nebentrieb oder Modul bei einigen Pflanzen und modularen Wirbellosen, der potentiell oder tatsächlich physiologisch unabhängig ist, zum Beispiel die Ausläufer von Erdbeeren, die Knollen der Kartoffel, die Polypen einer Hydroidpolypenkolonie.
Rang-Abundanz-Diagramm (Arten-Rang-Relation) Graphische Darstellung unterschiedlicher Abundanzen der Arten in einer Lebensgemeinschaft.
Rangpräferenz Klassifikation der Nahrungspräferenz eines Konsumenten aufgrund eines gleichen, einfachen Merkmals (in der Regel der Energiewert).
realisierte Nische, Realnische Der Anteil der potentiellen (fundamentalen) Nische einer Art, die sie in Anwesenheit von Konkurrenten und Räubern besetzt.
Regressionsanalyse Analyse des mathematischen Verhältnisses zwischen zwei Variablen.
Regulation Siehe Populationsregulierung.
Reifung Prozeß, bis ein Individuum vollständig differenziert, funktionstüchtig und damit fortpflanzungsfähig ist.
Rekombination Bildung von Genkombinationen bei Nachkommen, die bei keinem der Eltern vorhanden sind. Sie resultiert aus der Zuordnung der Chromosomen und ihrer Gene während der Produktion der Gameten und der darauffolgenden Vereinigung unterschiedlicher Gameten bei der Befruchtung.
Rekrutierung Hinzukommen von Individuen zu einer Population durch Geburt oder Zuwanderung oder - im Falle einer Nettorekrutierung - die Differenz zwischen einem solchen Zuwachs und den Verlusten durch Tod oder Abwanderung.
relative Luftfeuchtigkeit Grob gesagt, die Feuchtigkeit der Luft; genauer: der Prozentsatz der Sättigung der Luft mit Wasserdampf; noch besser: die Masse Wasserdampf pro Volumeneinheit Luft als Prozentsatz des gleichen Maßes für gesättigte Luft bei der gleichen Temperatur.
Reliktpopulation Oft sehr lokal begrenzter Überrest einer zurückgegangenen Population.
Reproduktion Produktion neuer Individuen, in der Regel geschlechtlich durch die Produktion einer Zygote, aus der das neue Individuum heranwächst; bei Organismen, die sich während des Wachstums teilen, spricht man oft irreführenderweise von ungeschlechtlicher Reproduktion.
Reproduktionsaufwand Strenggenommen jener Anteil der einemOrganismus zur Verfügung stehenden Ressourcen, der im Laufe eines bestimmten Zeitraums in die Fortpflanzung investiert wird; in der Praxis oft der Anteil des reproduktiven Gewebes an der Masse oder dem Volumens eines Organismus.
Reproduktionskosten Abnahme der überlebensfähigkeit und/oder der Wachstumsrate und somit der Rückgang des Potentials für zukünftige Reproduktion eines Individuums infolge seines erhöhten gegenwärtigen Reproduktionsaufwands.
Reproduktionsleistung (reproduclive output) Produktion von Nachkommen durch ein Individuum oder eine Population.
Reproduktionsrate Zahl der Nachkommen eines Organismus pro Zeiteinheit oder über einen definierten Zeitraum hinweg.
Reproduktionswert Erwarteter relativer Beitrag eines Individuum zur Population seiner Nachkommen durch Reproduktion in der Gegenwart und in der Zukunft.
reproduktive Isolation Räumliche und zeitliche Trennung zweier Teile einer Population, deren Individuen sich untereinander kreuzen könnten, würde dies nicht durch ihre Isolation verhindert. Eine solche Isolation ist vermutlich die normale Voraussetzung für die Evolution neuer Arten, besonders bei Tieren.
residualer Reproduktionswert (RRW) Erwarteter relativer Beitrag eines Individuums zu seiner Population durch Reproduktion für alle nach dem gegenwärtigen folgenden Stadien seines Lebenszyklus.
Resistenz Widerstandsfähigkeit einer Lebensgemeinschaft gegen Veränderungen bei einer Störung.
Respiration Siehe Atmung.
Ressourcen Alles, was ein Organismus konsumieren kann oder sonstwie benötigt und das damit einem anderen nicht zur Verfügung steht, zum Beispiel Nahrung, Wasser, Nistplätze und so weiter.
Ressourcen-Erschöpfungszone Umgebung eines Konsumenten, in welcher die Verfügbarkeit einer Ressource reduziert ist, zum Beispiel die Zone um die absorbierende Oberfläche einer Wurzel, aus der Nährstoffe und Wasser aufgenommen werden.
Ressourcenaufteilung (resource partitioning) Unterschiedliche Nutzung von Ressourcen wie Nahrung und Raum durch Organismen.
ressourcenkontrollierte Modelle siehe Donor-kontrollierte Modelle.
Ressourcennutzung, unterschiedliche In der Regel nur im Zusammenhang mit interspezifischer Konkurrenz verwendet: die Nutzung unterschiedlicher Ressourcen durch zwei verschiedene Arten oder die Nutzung der gleichen Ressource zu unterschiedlicher Zeit, an einem anderen Ort oder generell auf andere Weise.
Restaurationsökologie Wissenschaft, die sich mit der Wiederbesiedlung und Wiederbegrünung von Ödflächen befaßt, insbesondere nach starker Schädigung wie bei Abraumhalden, Müllhalden und Brachflächen.
reziproke Prädation Wechselbeziehung zwischen zwei Arten (oder Individuen), bei der jede die andere erbeutet, so daß die Beziehung im Endeffekt ein Konkurrenzverhältnis ist.
Rhizosphäre Oberfläche und unmittelbare Umgebung einer Wurzel mit speziellen Umweltbedingungen für Mikroorganismen. Der Begriff umfaßt auch die in diesem Bereich lebende Mikroflora.
Ringelung Ringförmiges Entfemen der Rinde und der unmittelbar darunter liegenden lebende Gewebe (Bast) am Stamm eines Baumes oder Strauches, wodurch der Transport der Assimilate zu den Wurzeln unterbrochen wird..
Risikoaggregation Muster, bei dem das Risiko, daß Beutetiere von Räubern angegriffen werden, von einem Lebensraumausschnitt zum anderen mehr variiert, als man allein aufgrund des Zufalls erwarten würde (besonders auf das unterschiedliche Risiko von Wirten angewendet, von Parasitoiden befallen zu werden).
Ruderalpflanzen Pflanzen, die auf Ödland wachsen, das in der Regel durch menschliche Eingriffe entstanden ist. Im Gegensatz zu "Unkräutern" beeinträchtigen diese Pflanzen menschliche Aktivitäten gewöhnlich nicht.
Ruhephase Siehe Dormanz.
Rückfangmethode Methode zur Abschätzung der Populationsgröße mobiler Organismen (gewöhnlich Tiere), bei der Individuen gefangen, markiert und wieder freigelassen werden; anschließend werden nochmals Individuen gefangen und der Anteil der wiedergefangenen markierten Individuen ermittelt (dieser ist im allgemeinen in kleinen Populationen hoch und in großen Populationen niedrig).
Räuber Siehe Prädatoren.
Salzpfanne Mit Salzwasser oder Salz gefüllte Senke.
Samenbank Population keimfähiger, ruhender Samen in und auf dem Boden sowie in Sedimenten unter Wasser.
Saprophagie Siehe Detritivorie.
Saprophyt Siehe Destruent.
saurer Regen Regen mit sehr niedrigem ph- Wert (oftmals unter 4.0), der auf Emissionen von Schwefel- und Stickstoffoxiden in die Atmosphäre zurückzuführen ist.
Savanne Tropisches Grasland.
Schlüsselfaktorenanalyse Statistische Methode zur Bearbeitung von Populationsdaten, um jene Faktoren zu bestimmen, die in der Hauptsache für Veränderungen der Populationsgröße verantwortlich sind.
Schädling Ganz einfach jede vom Menschen als unerwünscht angesehene Art. Genauer: Eine Art, die mit dem Menschen um Nahrung, Rohstoffe oder Refugien konkurriert, Krankheiten überträgt oder anderweitig die Gesundheit, das Wohlbefinden und den Wohlstand des Menschen beeinträchtigt.
Sekundärproduktivität Biomasseproduktionsrate pro Flächeneinheit durch heterotrophe Organismen.
Selbstauflichtung Fortschreitende Abnahme der Dichte, die mit der zunehmenden Größe der Individuen einer Population wachsender Individuen einhergeht.
Selbstbegrenzung Prozeß, bei dem intraspezifische Konkurrenz zu einer verringerten Fortpflanzung und / oder Überlebensfähigkeit bei höheren Dichten führt.
Selbstvernichtungsverfahren (Autozidverfahren) Form der Schädlingsbekämpfung, bei welcher der Schädling so manipuliert wird, daß er wesentlich zu seiner eigenen Kontrolle beiträgt oder sich buchstäblich "selbst vernichtet".
Selektionsdruck Auf Populationen einwirkende Kraft, die bewirkt, daß manche Individuen mehr Nachkommen (oder Gene) zu nachfolgenden Generationen beitragen als andere (und auf diese Weise den Verlauf der Evolution beeinflussen.)
Semelparität (Semelparie) Liegt vor, wenn Organismen all ihre Nachkommen in einem einzigen Fortpflanzungsereignis oder im Laufe eines relativ kurzen Zeitraums hervorbringen.
Serpentinböden Schwermetallböden; durch Verwitterung von Gestein mit einem hohen Gehalt an verschiedenen Schwermetallen entstandene Böden. serpentinbÖden sind häufig lokal begrenzt und tragen eine spezielle Flora aus schwermetalltoleranten Arten und spezialisierten "Ökotypen" (siehe dort) von Arten, die auch anderenorts vorkommen.
sessile Organismen Wörtlich festsitzende Organismen, die mit Ausnahme der Ausbreitungsphase ortsgebunden sind, zum Beispiel verwurzelte Pflanzen, Seepocken, Miesmuscheln und Korallen.
sexuelle Rekombination Prozeß, bei dem zwischen homologen Chromosomen durch Paarung und Cros-sing-over bei der Meiose während der Gametenblidung DNA ausgetauscht wird.
sigmoide Kurve (logistische Kurve) "S"-förmige Kurve mit einer anfänglichen Beschleunigungsphase, die nach einer Verzögerungsphase ein Plateau erreicht.
somatischer Polymorphismus Vorhandensein von Organen in zwei oder mehr unterschiedlichen Forme bei demselben genetische Individuum (Genet), zum Beispiel mehrere verschiedene Blattformen an derselben Pflanze, zwei unterschiedliche Samentypen am gleiche Blütenstand, Module sehr abweichender Gestalt am Körper von Salpen.
soziale Förderung (facilitation) Bewirkt einen Anstieg der Konsumptionsrate mit zunehmender Konsumentendichte; ergibt sich zum Beispiel, wenn mehr Zeit für die Nahrungaufnahme zur Verfügung steht, weil weniger Zeit für die Wachsamkeit gegenüber Räubern aufgebracht werden muß.
spezifische Zuwachsrate Pro-Kopf-Zuwachsrate einer Population mit einer stabilen Altersstruktur ohne Konkurrenz oder andere Einschränkungen.
stabile Grenzzyklen Gleichförmige Abundanzschwankungen, die sich nach einer geringfügigen Störung bald wieder einstellen.
stabiles Gleichgewicht In ökologischem Zusammenhang das Level einer Population, mehrerer Populationen oder von Ressourcen, zu dem diese nach einer geringfügigen Störung bald wieder zurückkehren.
Stabilität Tendenz einer Lebensgemeinschaft, nach einer Störung wieder zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückzukehren.
Stabilität nach Artenverlust In einer Modell-Lebensgemeinschaft die Tendenz der verbliebenen Arten nach Ausrottung einer Art in einem lokal stabilen Gleichgewicht zu bleiben.
Stammbäume Abstammungslinien, welche die Entwicklungsgeschichte der Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Organismengruppen wiedergeben sollen.
standing crop Siehe "erntbare Biomasse".
stationäre Lebenstafel Anhand der Altersstruktur einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellte Lebenstafel.
Steppe Baumlose Ebene in Südosteuropa und Sibirien.
Stickstoffixierung Umwandlung von gasförmigem Stickstoff (NV in komplexere Moleküle. Industriell genutzt wird dieser Vorgang zur Produktion von Stickstoffdünger. Die biologische Stickstoff-Fixierung erfolgt durch freilebende und symbiontische Mikroorganismen (Prokaryoten). Der Prozeß sollte besser als "Luftstickstoffbindung" bezeichnet werden.
Stigmen Öffnungen an der Körperseite von Insekten, durch die das zur Atmung dienende Tracheensystem mit der Außenwelt verbunden ist und die geschlossen und geöffnet werden können.
stochastische Kräfte Zufällige Prozesse, welche die Struktur einer Lebensgemeinschaft beeinflussen.
Stoffwechsel Siehe Metabolismus.
Stolonen (Ausläufer) Horizontal auf dem Boden oder unterirdisch wachsende, kurzlebige Sprosse, die an ihren Nodien Wurzeln bilden.
Stomata (Singular Stoma, Spaltöffnungen) Poren in der Epidermis von Pflanzen, durch die der Gasaustausch stattfindet; besonders häufig auf Blättern.
Streß (Belastung) In der Physik gibt es eine strenge Definition als "eine Kraft pro Flächeneinheit", welche den Körper belastet, auf den sie einwirkt. In der Biologie gibt es eine Vielzahl von Bedeutungen, zum Beispiel jedweder Zustand, der zu reduziertem Wachstum führt oder der verhindert, daß ein Organismus sein "genetisches Potential" realisiert. Oft wird der Begriff verwirrend zweideutig zur Beschreibung der einwirkenden Kraft als auch des beim Organismus durch diese Kraft herbeigeführten Zustands verwendet - damit werden Reiz und Reaktion durcheinandergebracht. Daher haben wir diesen Begriff zu vermeiden versucht.
Strukturdiversität, Lebensraumdiversität Vielfalt der räumlichen Strukturen in einem Lebensraum, die Arten Habitate bieten kann.
Störung In der Ökologie von Lebensgemeinschaften ein Ereignis, durch das Organismen entfernt werden und Raum geschaffen wird, den Individuen der gleichen oder anderer Arten besiedeln können.
Störungsexperiment Experimenteller Ansatz in der Ökologie von Lebensgemeinschaften, bei dem man mittels künstlicher Störungen die Wechselbeziehungen von Arten zu entschlüsseln versucht.
Sucheffizienz Die Wahrscheinlichkeit, daß ein bestimmter Räuber eine bestimmte Beute fängt (auch als "Angriffsrate" bezeichnet).
Sukkulente Pflanzen mit fleischigen, saftigen Geweben mit hohem Wassergehalt, die charakteristisch für Wüsten und salzhaltige Umwelten sind.
Sukzession Nicht-saisonales, gerichtetes und kontinuierliches Muster von Besiedlung und Aussterben von Populationen in einem Gebiet.
sukzessionale Förderung (sucessional facilitation) Förderlicher Einfluß der frühen Arten in der Sukzession einer Lebensgemeinschaft auf die Etablierung späterer durch Veränderung der herrschenden Bedingungen.
sukzessionale Hemmung Tendenz von Arten früher Sukzessionsstufen, dem Eindringen später folgender Arten zu widerstehen.
sukzessionale Toleranz Bezieht sich auf Situationen, in denen Veränderungen der Umwelt durch frühe Besiedler keinen oder nur geringen Einfluß auf die Vitalität von Arten späterer Sukzessionsstadien haben.
Superorganismus-Konzept Vorstellung von Lebensgemeinschaften als Organismus aus Mitgliedsarten, die in ihrer gemeinsamen Evolutionsgeschichte eng miteinander verbunden waren und dies auch heute noch sind.
Supertramp-Arten Arten mit besonders guten Ausbreitungs- und Besiedlungsfähigkeiten, die als erste in einem neuen Lebensraum ankommen.
Symbiose Enges Zusammenleben der Individuen von Artenpaaren, das im allgemeinen für beide Partner lebensnotwendig ist. Vergleiche Mutualismus.
sympatrisch Im gleichen Gebiet vorkommend; bezieht sich auf das Vorkommen von zwei oder mehr Arten in räumlicher Nähe, so daß eine Kreuzung zwischen ihnen möglich sein sollte. Ihre weitere Existenz als getrennte Arten beweist, daß dies normalerweise unterbleibt. Gegensatz: allopatrisch (vergleiche dort).
Synergismus Situation, bei der die kombinierte Wirkung zweier Kräfte, zum Beispiel die Behandlung mit zwei Medikamenten, größer ist als die Summe ihrer getrennten Wirkung.
Systematik Siehe Taxonomie.
Taiga Nadelwälder in weiten Teilen Nordamerikas und Eurasiens, die im Norden von der Tundra, im Süden von der Steppe begrenzt werden.
Tannine Komplexe, adstringierende Substanzen von Pflanzen, die Phenolverbindungen enthalten und das Pflanzenmaterial in der Regel schwerer verdaulich machen. Besonders häufig in Rinde, unreifen Früchten und Gallen an Holzpflanzen.
Taxonomie (Systematik) Studium der Regeln, Prinzipien und Praktiken der Klassifizierung lebender Organismen.
tektonische Platten Teile der Erdkruste, die sich in geologischen Zeiträumen bewegen und zur Kontinentaldrift und anderen bedeutenden Veränderungen der Topographie der Erdoberfläche führen.
Temperaturkoeffizient Siehe QIO-Wert.
temporäre Variation Variabilität von Faktoren wie der Temperatur auf stündlicher, täglicher oder saisonaler Basis.
Terpenoide Aromatische Kohlenwasserstoffe, die von vielen Pflanzen gebildet werden und die Grundlage für viele Pflanzendüfte sind.
Territorialität Besetzen eines Gebiets (des Territoriums) durch ein oder mehrere Tiere unter teilweisem oder vollständigem Ausschluß anderer Individuen.
thermischer Neutralbereich Bereich von Umgebungstemperaturen, oberhalb dessen ein endothermes Tier zur Aufrechterhaltung einer konstanten KÖrpertemperatur seinen Grundumsatz erhöhen muß.
Therophyten Pflanzen, die ihren Zyklus von Samen zu Samen innerhalb einer Saison abschließen.
Topographie Darstellung der physischen Struktur einer Umwelt.
Transfereffizienz Siehe Nahrungsketteneffizienz.
transgene Organismen Organismen, die ein Gen enthalten, das von einer anderen Art auf sie übertragen wurde.
Transpiration Verdunstung von Wasser von einer Pflanzenoberfläche.
Treibhauseffekt Erwännung der Erdatmosphäre infolge der Zunahme an Kohlendioxid und anderen Gasen.
Trichome Ein- oder mehrzellige Auswüchse der Epidermis einer Pflanze; auch Pflanzenhaare.
trophische Ebene (Trophiestufe) Position in der Nahrungskette, die durch die Zahl der Energieübertragungsschritte bestimmt wird, um diese Ebene zu erreichen.
trophische Struktur Organisation einer Lebensgemeinschaft in bezug auf ihren Energiefluß durch die verschiedenen trophischen Ebenen.
Tundra Biom entlang des Polarkreises, das durch Flechten, Moose, Seggen und Zwergsträucher charakterisiert ist.
Turbulenz Wasserbewegung, die an jedem Punkt rasch in Richtung und Höhe schwankt.
Turgor Der innere Druck von Pflanzenzellen, der den Spannungszustand im Gewebe bestimmt.
ueberkompensierende Dichteabhängigkeit Dichteabhängigkeit, die so stark ist, daß eine Zunahme der Ausgangsdichte zu einer verringerten Enddichte führt.
Ueberlebens wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit eines repräsentativen neugeborenen Individuums, bis zu verschiedenen Altersstadien zu überleben.
Ueberlebenskurve Graphische Darstellung der abnehmenden Größe einer Kohorte (oder vermeintlichen Kohorte) durch den Tod von Individuen. GewÖhnlich ist die Zeit auf der horizontalen Achse und loglolx auf der vertikalen Achse aufgetragen, wobei ix den Anteil der noch Lebenden der Ausgangskohorte darstellt.
Uebernutzung Nutzung einer natürlichen Population (durch Entfernen von Individuen oder Biomasse) in einer höheren Rate, als diese durch Rekrutierung ausgleichen kann, wodurch die Population an den Rand der Ausrottung gelangt.
Uebertragungsschwelle (transmission threshold) Für die Ausbreitung einer Krankheit notwendige Reproduktionsrate eines Parasiten.
Umschaltereaktion Siehe Präferenzwechsel.
umweltkapazität (Kapazität, carrying capacity) biologische Aufnahme- oder Tragfähigkeit Maximale, dauerhaft tragbare Populationsgröße einer bestimmten Umwelt, bei der intraspezifische Konkurrenz die Nettozuwachsrate pro Kopf auf Null reduziert hat. Ein idealisiertes Konzept, das nicht wörtlich auf die Praxis angewendet werden sollte.
umweltrauschen Von außen kommende Hintergrundsignale, die biotische Prozesse überlagern.
ungeordnete Konkurrenz Siehe Konkurrenz durch "Drängelei".
Ungleichgewichtstheorie (non equilibrium theory) Diese Theorie der Ökologie von Lebensgemeinschaften befaßt sich mit dem vorübergehenden Verhalten eines Systems, das sich nicht im Gleichgewicht befindet, und konzentriert das Augenmerk speziell auf die Zeit und die Variationen.
unitare Organismen Organismen mit einer vorgegebenen Entwicklung zu einer genau festgelegten Adultform, zum Beispiel alle Arthropoden und Wirbeltiere. Der Gegensatz dazu sind modulare Organismen.
Unkräuter Vom Standpunkt des Menschen unerwünschte Pflanzen, die dessen Wohlergehen beeinträchtigen, indem sie in Konkurrenz zu seinen Nahrungs-, Holz- oder Zierpflanzen treten.
unterkompensierende Dichteabhängigkeit Dichteabhängigkeit, bei der die Sterberate weniger ansteigt als die Ausgangsdichte zunimmt, oder die Geburts- und Wachstumsraten entsprechend abnehmen, so daß Zunahmen der Ausgangsdichte nach wie vor zu einem (geringeren) Anstiegder Enddichte führt.
Vakuole Von einer Membran umgebenes, mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen im Cytoplasma einer Zelle.
Variationskoeffizient Begriff aus der Statistik, der sich auf die Standardabweichung einer Verteilung geteilt durch den Mittelwert der Verteilung bezieht und somit ein standardisiertes Maß für die Variation einer Verteilung liefert, die nicht einfach deshalb zunimmt, weil der Mittelwert selbst zunimmt oder weil sich die Maßeinheiten ändern.
Vektor 1) Jeder (lebende oder andere) Überträger eines pathogenen Organismus, der diesen auf einen geeigneten Wirt überträgt. 2) Eine physikalische Größe mit einer gerichteten Wirkung.
Veld Offenes Weideland in Südafrika.
Verbreitung Räumliche Verteilung einer Art, in der Regel in geographischem, manchmal aber auch in kleinerem Maßstab.
Verbreitung Räumliche Verteilung einer Art, in der Regel in geographischem, manchmal aber auch in kleinerem Maßstab.
Verfrachtung Ausbreitung von Samen, Sporen oder Verbreitungseinheiten von Tieren durch äußere Faktoren wie Wind und Meeresströmungen.
Verheerungen Bedeutende Störungen im Leben einer Lebensgemeinschaft oder Population, die oft genug auftreten, um sich im "genetischen Gedächtnis" der Population niederzuschlagen (vergleiche Katastrophe).
Verteilung Räumliches Verteilumgsmuster einer Art über ihren Lebensraum.
vesikulär-arbuskuläre Mykorrhiza Enge, vermutlich in der Regel mutualistische Beziehung zwischen einem Pilz und einer Pflanzenwurzel, bei welcher der Pilz in die Wirtszellen eindringt und sich gewöhnlich auch weit in den Boden der Umgebung erstreckt (vergleiche Ektomykorrhiza).
vorübergehender Polymorphismus Auftreten von zwei (oder mehr) Formen einer Art oder von Genen (Allelen) in einer Population, wobei eine Form durch die andere ersetzt wird.
Wasserkapazität Nach freiem Durchfluß im Boden zurückgehaltene, maximale Wassermenge (das wasseraufnahmevermÖgen), gemessen als Feldkapazität.
Wasserkreislauf Bewegung des Wasser durch Verdunstung vom Meer in die Atmosphäre, von dort durch Niederschläge zum Land und über den Abfluß von Flüssen wieder zurück zum Meer.
wechselseitige Interferenz Interferenz zwischen Räubern, die zu einer Verringerung der individuellen Konsumptionsrate mit Zunahme der Räuberdichte führt.
wechselseitiger Antagonismus Beschreibt zwei Arten mit reziprok negativen Auswirkungen aufeinander (entweder interspezifische Konkurrenz oder gegenseitige Prädation).
Weidegänger (Abweider) Konsumenten, die im Laufe ihres Lebens eine große Zahl von Pflanzen angreifen, dabei aber jeweils nur Teile der angegriffenen Individuen aufnehmen, so daß dieser Angriff zwar oft schädlich, aber selten kurzfristig tödlich wirkt.
Wiederanstieg von bekämpften Schädlingen Rasche Zunahme der Schädlingszahl nach Ende des unmittelbaren Einwirkens einer Bekämpfungsmaßnahme infolge nachteiliger Auswirkungen auf die natürlichen Feinde des Schädlings.
Wiederkäuer Pflanzenfressende Säugetiere wie Kühe, die ihre Nahrung mehrmals durchkauen und komplexe Mägen besitzen, in denen Mikroorganismen die Cellulose der pflanzlichen Nahrung abbauen.
Wirt Organismus, der von einem Parasiten befallen wird.
Wirtsdichteabhängigkeit/-unabhängigkeit Auf die Risikoaggregation von Parasitoidangriffen auf Wirte bezogen: Bei ersterer weisen Wirte in Patches höherer oder niedrigerer Wirtsdichte tendenziell ein größeres Risiko auf, angegriffen zu werden (direkte beziehungsweise inverse Wirtsdichteabhängigkeit); bei letzterer variiert das Risiko von Patch zu Patch, steht aber nicht mit der Wirtsdichte in einem Patch in Zusammenhang. Könnte auch auf andere Räuber-Beute-Beziehungen angewendet werden (siehe auch Risikoaggregation).
Wüste Ödes Trockengebiet mit spärlicher Vegetation, in dem in der Regel Wassermangel herrscht.
Zeitverzögerung des Populationswachstums Modell des Populationswachstums, dem zufolge die gegenwärtige Nettoreproduktionsrate der Individuen durch die Populationsgröße vor einiger Zeit bestimmt wird.
Zersetzung Abbau komplexer, energiereicher organischer Moleküle in einfache anorganische Bestandteile.
Zonierung (Zonation) Charakteristische Verbreitung von Arten entlang von Umweltgradienten.
zufällige Verteilung Verteilung ohne erkennbare Gesetzmäßigkeiten oder Ordnung; das Ergebnis (oder nicht unterscheidbar vom Ergebnis) zufälliger Ereignisse.
Zwischeneiszeit Periode zwischen zwei Eiszeiten, während der Arten beginnen, ehemals bewohnte Gebiete wieder zu besiedeln.
Zygote Durch Verschmelzung einer männlichen und weiblichen Keimzelle (Gameten) gebildete diploide Zelle.

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